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Pferderennen bei Kälte: Was ist zu beachten und wie kommen die Pferde damit klar?

Freitag, 10. Februar 2012 08:58

Wir haben Tierarzt Michael Weishaupt, den Leiter des sportmedizinischen Leistungszentrums am Zürcher Tierspital aus Anlass der aktuellen Kälte-Periode gefragt, wie Rennpferde mit dieser Situation umgehen.

(mmo) Jeder, der auch im Winter sein (fast) tägliches Jogging-Programm - möglicherweise noch herrührend von guten (?) Neujahrsvorsätzen durchziehen will, hat in den letzten Tagen noch mehr Überwindung gebraucht als sonst. Die klirrende Kälte macht sportliche Einsätze in der freien Natur ab und an zur Tortur. Wenn dies schon bei Jogging-Runden so ist, wie fühlt sich denn ein Pferd, das in diesen Tagen nicht nur locker cantert sondern eben Rennen läuft?

 

Wir haben Michael Weishaupt dazu befragt. Als Leiter des sportmedizinischen Leistungszentrums am Tierspital Zürich, Präsident der Veterinär-Kommission des Schweizerischen Pferderennsport-Verbandes und regelmässig als Rennleitungs-Tierarzt auf Schweizer Rennplätzen im Einsatz, ist er prädestiniert, dazu Auskunft zu geben.

 

"Pferde ertragen Kälte sehr viel besser als Hitze. Die Gewöhnung an tiefe Temperaturen erfolgt schneller. Unter Belastung wird das Herz-Kreislaufsystem bei Kälte viel weniger belastet als bei warmen Temperaturen. Die Abwärme, die aus der Muskelarbeit resultiert (60-70% der Energie wird in Wärme transformiert) garantiert die nötige Betriebstemperatur für den Muskelstoffwechsel und ist für die Elastizität von Muskeln, Sehnen und Bändern sehr wichtig", erklärt Weishaupt.

 

"Subjektiv scheint die Leistungsbereitschaft der Pferde bei kalten Temperaturen besser zu sein. Einzig einschränkend könnte bei so extrem tiefen Temperaturen der Einfluss der eisigen Luft auf die Lunge sein, vor allem bei Pferden, die immer wieder gereizte Atemwege haben", fährt Michael Weishaupt fort.

 

Und worauf sollen Trainer/Reiter/Fahrer achten? "Bei Temperaturen um und vor allem unter dem Gefrierpunkt müssen die Pferde entsprechend länger aufgewärmt und - noch wichtiger - bis zum Start warm gehalten werden."

 

Wieso haben Pferde denn mit Hitze mehr Probleme (bis zu Kreislauf-Kollaps)?

"Es ist erwiesen, dass die Thermoregulation sehr viel mehr bei heissen und feuchten Klimabedingungen gefordert ist. Die verschiedenen Strategien für die Kühling des Körpers (Wärmetransport an die Körperoberfläche, Schwitzen) belasten das Herz und den Blutkreislauf. Arbeitet das Pferd über längere Zeit, muss der Körper zusätzlich den Wasser- und Elektrolytverlust ausgleichen."

 

Zum Glück sind für den 2. White Turf-Renntag nicht mehr ganz so kalte Temperaturen angesagt. Bis die grosse Hitze wieder da ist, dauert es dann noch eine Weile.



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