von Markus Monstein
Geboren am 1. Oktober 1938 in Zürich, entdeckte Adolf «Dölf» Renk früh seine Leidenschaft für den Pferderennsport. Schon bald entwickelte er sich zu einem aussergewöhnlich erfolgreichen Amateurreiter. Im Laufe seiner langen Karriere kam er auf 433 Siege in Flach- und Hindernisrennen – eine Bilanz, die ihn zum erfolgreichsten Amateur-Rennreiter der Schweizer Turfgeschichte machte. Bis heute hat auch kein Berufsrennreiter unseres Landes so viele Siege erzielt wie er - dahinter folgt Sibylle Vogt (die gestern in Fontainebleau ihren 400. Karriere-Sieg feierte) vor Brigitte Renk (329 Erfolge).
Zwischen 1956 und 1989 gewann Dölf Renk elfmal das Schweizer Amateur-Championnat. Über mehr als drei Jahrzehnte hinweg gehörte er damit zur Spitze des heimischen Rennsports. Auf den Schweizer Rennbahnen war Dölf Renk eine feste Grösse - er gewann die wichtigsten Rennen unseres Landes, etliche mehrmals - und war zu seinen besten Zeiten nicht nur für Rennsportfreunde ein vertrautes Gesicht.

Dölf Renk als Trainer, Reiter und Besitzer von Simitika bei der Siegerehrung für den Triumph im Grand Prix Jockey Club 1983 in Dielsdorf - Führerin ist Tochter Nicole Renk, links Renks Sohn Andi (Foto: zVg).

Von 1976 bis 1983 gewann Dölf Renk den Jockey Club zunächst zweimal als Reiter mit Double First und 1983 gleich in Dreifach-Funktion mit Simitika.
Auch im Ausland machte er auf sich aufmerksam. Besonders herausragend war sein Erfolg im Jahr 1964, als er Europameister der Amateur-Rennreiter wurde und damit den Schweizer Rennsport auf internationaler Bühne eindrucksvoll vertrat. Seine Siege führten ihn auf zahlreiche Rennbahnen Europas, wo er sich mit seinem Können, seiner Übersicht und seiner ruhigen Art grossen Respekt erarbeitete.
Doch Dölf Renk war mehr als "nur" ein erfolgreicher Reiter. Er war ein leidenschaftlicher Turfmann, der dem Rennsport sein ganzes Leben verbunden blieb. Auch nach dem Ende seiner aktiven Karriere engagierte er sich weiterhin stark im Rennsport verfolgte das Geschehen auf den Rennbahnen mit grossem Interesse.
Als Trainer, Züchter und Besitzer feierte Dölf Renk zusammen mit seiner Tochter Brigitte insbesondere in Fankreich grosse Erfolge. TOP WAY (von TOP WALTZ, der vor seiner Deckhengst-Karriere in den Farben von Dölf Renk 1990 den Prix Hocquart Gruppe II triumphierte und im französischen Derby Rang vier belegt hatte) gewann 1999 das Omnium-Handicap in Longchamp sowie das Grand Handicap de la Manche in Deauville im August 2006. Ebenfalls im 2006 trumpften Vater und Tochter dank MAGADINO mit drei Etappen-Siegen in der französischen Renn-Serie Défi du Galop gross auf, wofür es einen Bonus von sage und schreibe 150'000 Euro gab.

Brigitte Renk in den Familien-Farben im Sattel des von Dölf Renk gezüchteten und trainierten Magadino (von Solon aus der Madeleina).
Der Rennsport blieb auch innerhalb der Familie Renk lebendig. Seine Tochter Brigitte Renk war viele Jahren erfolgreich als Trainerin in Frankreich tätig und führte die Tradition der Familie im Turf weiter. Auch nach Beendigung der Trainer-Karriere sind die Farben der Familie Renk in Frankreich noch immer im Einsatz.
Mit Nicole Renk, seiner zweiten rennreitenden Tochter war Dölf Renk im Oktober 1983 in der SRF-Sendung "Karussell" zu Gast (Link anklicken, Sendung schauen!). Zusammen mit Bigi und Nicole ritt Dölf Renk gegen Ende seiner Karriere sogar noch in den gleichen Rennen (mehr dazu gibt es in den kommenden Tagen in einem Folge-Artikel von Bettina Keller).

Der Karussell-Auftritt mit seiner Tochter Nicole Renk - ein sehenswertes Nostalgie-Schmankerl.
Vor wenigen Jahren war er noch an einem Derby-Renntag in Frauenfeld zu Gast. Sein Alter - Dölf Renk wäre im Herbst 88 geworden - hätte man ihm bis zuletzt nicht "gegeben".
Am letzten Donnerstag, 5. März 2026, ist Dölf Renk verstorben. Dank der Unterstützung seiner Familie konnte er bis zuletzt zu Hause leben. Körperlich war er noch immer fit. Wie Brigitte Renk erzählte, ging er noch immer jeden Tag über eine Stunde spazieren.
Mit Dölf Renk verliert der Schweizer Rennsport einen grossen Sportsmann und einen Menschen, der den Turf über Jahrzehnte mitgeprägt hat. Viele Rennsportfreunde werden sich an ihn erinnern – an seine Erfolge im Sattel, an seine Leidenschaft für Pferde und an seine tiefe Verbundenheit mit dem Sport.
Der Schweizer Turf wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren.
horseracing.ch spricht seiner Familie und seinen Angehörigen das aufrichtige Beileid aus.
Zeit und Ort der Trauerfeier wird später bekanntgegeben.

Dölf Renk mit seiner Ehefrau Elsa, aufgenommen kürzlich im Tessin (Foto: zVg).
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