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Zum Tod von Fritz von Ballmoos: Eine klare Stimme des Rennsports ist verstummt

Montag, 13. April 2026 12:42

Fritz von Ballmoos ist im Alter von 81 Jahren verstorben. Als Präsident des Rennvereins Zürich (1994–2003), als Züchter und als engagierte Stimme des Schweizer Rennsports stand er für eine Zeit grosser Ausstrahlung – und für die Jahre, in denen sich die Grundlagen des Sports nachhaltig veränderten. Pferde aus der Zuchtstätte am Berg am Irchel prägten Jahrzehnte unseren Sport. 

von Markus Monstein 

 

Als Fritz von Ballmoos 1994 das Präsidium des Rennvereins Zürich von Dr. Ruedi Villiger übernahm – unter dessen Führung mit dem Bau der Rennbahn in Dielsdorf neue Massstäbe gesetzt worden waren – war der Rennsport auf einem hohen Niveau etabliert. Die Infrastruktur war modern, die Ausstrahlung gross, die Verankerung in Wirtschaft und Gesellschaft breit.

 

Fritz von Ballmoos (rechts) auf einem Foto in der Jubiläums-Festschrift abgebildet mit Peter Kunz von Ericsson und Wetterfee Bettina Walch.  

 

...und hier mit seiner Frau Cornelia und dem damaligen GC-Präsidenten Roman Spadaro. 

 

Fritz von Ballmoos hatte das RVZ-Präsidium vom Dielsdorf-Baumeister Ruedi Villiger übernommen. 

Nur wenige Jahre später zeigte sich mit Fritz von Ballmoos an der Spitze diese Stärke noch einmal in voller Pracht: Im Jubiläumsjahr 1997 (125 Jahre Rennverein Zürich) fanden in Dielsdorf sieben Renntagen mit 59 Rennen und einer Preisgeldsumme von 840'000 Franken statt. Eine Vielzahl namhafter Sponsoren – von AMAG über ZKB, BMW, Schweizerische Bankgesellschaft und Swiss Life bis hin zu Emirates Airline, der NZZ und dem Tages-Anzeiger – unterstrich die Stellung, die der Rennsport damals in der Schweiz und insbesondere in der Region Zürich einnahm.

 

Fritz von Ballmoos einem weiteren Foto in der Jubiläums-Festschrift abgebildet mit dem umtriebigen RVZ-Sponsorenchef Louis Mayer (links) und dem Maler Rudolf Mirer.  

 

In diesen Jahren profitierte der Rennsport noch von gewachsenen Strukturen und grossem Rückhalt. Gleichzeitig begannen sich die Rahmenbedingungen spürbar zu verändern. Die Anforderungen an Finanzierung, Organisation und Vermarktung entwickelten sich weiter, gewachsene Modelle gerieten unter Druck.

 

Fritz von Ballmoos begleitete den Rennverein Zürich durch diese Phase. Er brachte sich mit Engagement und unternehmerischem Denken ein und war Teil jener Verantwortungsträger, die den Übergang in eine neue Realität des Rennsports mittragen mussten – eine Entwicklung, deren Tragweite sich erst im Rückblick voll zeigte.

 

Beruflich war Fritz von Ballmoos Unternehmer und prägte über viele Jahre das Einrichtungshaus Zingg-Lamprecht, das er erfolgreich führte und weiterentwickelte. Parallel dazu blieb das Pferd der konstante Mittelpunkt seines Wirkens. Er engagierte sich u.a. als Kavallerie-Offizier, Trainer der Nachwuchsnationalmannschaft und in den 90er-Jahren vor allem auch im Rennsport, wo er neben seiner Rolle als RVZ-Präsident auch als Besitzer, Trainer und Züchter aktiv war.

 

Auf Schloss Berg am Irchel baute er eine eigene Vollblutzucht auf, die über Jahre hinweg zu den wichtigsten Zuchtstätten der Schweiz zählte. Mit internationaler Ausrichtung und viel persönlichem Einsatz brachte er zahlreiche erfolgreiche Rennpferde hervor. Namen wie FILOU, PAPAGENO, FUJAIRAH, RIGOLETTO oder BECKERMET stehen exemplarisch für seine Zucht, die auch über die Landesgrenzen hinaus Beachtung fand. Gerade BECKERMET, als Fohlen zunächst kritisch beurteilt, entwickelte sich später zu einem aussergewöhnlich langlebigen und erfolgreichen Rennpferd (159 Starts!) – ein Beispiel für das Gespür und die Geduld seines Züchters.

 

Fritz von Ballmoos überreichte Raphael Lingg den Sieger-Champagner nach dem Sieg des von ihm gezüchteten Seriensiegers Filou in der VSV Chance 2013 in Dielsdorf - notabene vor Papageno in den Farben des Stalles Schloss Berg (Foto: Nathalie Vorburger). 


Ehrensache, dass sich Fritz von Ballmoos als Präsident der Vereinigung Schweizer Vollblutzüchter für die Anliegen der Zucht einsetzte. Ihm war bewusst, wie zentral eine funktionierende Zuchtbasis für die Zukunft des Rennsports ist – auch wenn diese zunehmend unter Druck geriet. Denn  wie der Rennsport insgesamt blieb auch die Zucht nicht von den strukturellen Veränderungen der letzten Jahrzehnte verschont. Der Rückgang war deutlich – eine Entwicklung, die sich auch durch grosses Engagement leider nicht aufhalten liess, wie wir heute wissen. 

 

Fritz von Ballmoos war jemand, der seine Überzeugungen klar formulierte. Er brachte sich ein, bezog Stellung und blieb dem Rennsport stets verbunden.

 

Seine Leidenschaft lebte auch in seiner Familie weiter. Seine Söhne Yves, Thomas und Christian waren erfolgreich im Rennsport aktiv, und auch die nächste Generation ist dem Pferd eng verbunden.

 

Fritz von Ballmoos mit seiner Frau Cornelia und Sohn Yves. 

 

Mit Fritz von Ballmoos verliert der Schweizer Rennsport eine Persönlichkeit, die eine prägende Zeit miterlebt und begleitet hat. Eine klare Stimme des Rennsports ist verstummt. Sie wird fehlen. 

 

Fritz von Ballmoos ist im Alter von 81 Jahren verstorben. 

 



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