Das Feuerwerk am Nationalfeiertag in Avenches ist mit einigen Knallkörpern bestückt. Im Hauptereignis, der 7. Etappe des Défi du Galop (2400 Meter, 90'000 Franken) sind im 13er-Feld zwei Franzosen und ein Deutscher mit dabei.
Der Vorjahressieger Chiron (GAG umgerechnet 88.5) aus dem Quartier von Andreas Bolte ist mit frischer Listed-Siegform aus München (gegen den zuvor in der "Union" in Köln auf Gruppe-II-Ebene gut genug gelaufenen Dreijährigen Duellant) zugleich der Favorit, oder zumindest der klar sicherste Wert. Dies obschon die 2400 Meter etwas weiter als seine Idealdistanz ist. Beim vorletzten Start war er aber in Baden-Baden über eben diesen Weg (den er erst zum 4. Mal in seiner doch schon 31 Starts umfassenden Karriere absolvierte) auf Ausgleich-I-Ebene guter 3. (eigentlich 4. aber wegen Zurückversetzung eines Gegners dann eben 3.).
Ebenfalls viel Klasse bringt der Franzose Becher (GAG 88) mit. Dessen Formstand ist allerdings nach einem Doha-Winteraufenthalt und einem Start Anfang Juli in einem Aufbau-Rennen La Teste (5. Platz) so ziemlich ungewiss.
Der dritte im Bunde der Gäste ist der Chenu-Schützling Toni Blue (GAG 79), der zuletzt im Grand Prix d'Aix-les-Bains den dritten Platz belegte. Dabei blieb der Poliglotte-Hengst einen Kopf vor Vive l'Etoile und drei Längen vor Auenritter, den er nun aber ein Kilo ungünstiger trifft. Über diese Elle gerechnet wir es für den Sieg kaum einfach für den Vierjährigen.
Diese Frage beschäftigt nicht nur die hiesigen Turfisten sondern spätestens am Freitag Abend auch die französischen Wetter... Vor einem Jahr hätten wir ohne zu zögern mit Pont des Arts geantwortet. Doch ist dessen Formstand nach gesundheitlichen Problemen, dem nachfolgenden Sieg in Dielsdorf und zuletzt der enttäuschenden Leistung in Frauenfeld unsicher.
Sein Trainingsgefährte Glavalcour spürt langsam aber sicher das Alter, während Simplex und Wassiljew nach Pausen kaum schon in Topform agieren dürften.
Brandgefährlich sind hingegen die Weiss-Schützlinge Romanoff, Song of Victory und Mascarpone, die allesamt in dieser Saison schon brilliert haben.
Champion-Trainer Miro Weiss erklärte gegenüber horseracing.ch: "Meine drei Pferde sind alle gut im Schuss und haben mit der Distanz bestimmt kein Problem. Wer dann effektiv ganz vorne dabei ist, das hängt wie immer davon ab, wie der Boden ist und wie schnell das Rennen gelaufen wird.
Dies gilt auch für Salattus und First Time, die seit Schnee im Einsatz sind und denen vor allem in einem schnell gelaufenen Rennen mit ihrem Speed alles zuzutrauen ist.
Der stark gesteigerte Auenritter hat als einziger neben den Salattus den Vorteil keine Anreise auf sich nehmen zu müssen. Kann er seine Klasse ausspielen, liegt eine gute Plazierung auch für ihn im Bereich des Möglichen.
Im Dreijährigen-Rennen, welches ohne Gäste stattfindet, sind wir besonders gespannt auf die Weissenstein-Neuerwerbung Floriana, die nach Form gegen die Hensgte bestehen müsste.
Mit lediglich 7 Startern hat das Derby du Trotteur Français (40'000 Franken, 2975 Meter) nicht das Echo gefunden, welches aus Sicht der Organisatoren wünschenswert gewesen wäre. Die gewinn-ärmste Queen Lady (TG 8606) könnte bei einem (allerdings sehr unwahrscheinlichen Sieg) ihren Gewinn gleich verdreifachen. Dieses Beispiel soll illustrieren wie gross das Leistungsgefälle in diesem Feld ist.
Die ebenfalls aus dem ersten Band startenden Quador Turgot und Quantrill werden sich mit dem französischen Gast Quercy d'Iroise, Queen de Ginai und den beiden "du Martzas" Quincy und Quatuor auseinander setzen müssen.
Sollte ein Pferd disqualifiziert werden, reicht es schon, in der Zeit ins Ziel zu kommen, um 950 Franken Preisgeld zu gewinnen...
Im zweiten PMU-Trabrennen (30'000 Franken) ist Napoléon de Bussy der erklärte Favorit - trotz CH-Debüt des neuen Matthey-Cracks Judoka Royal (Gewinnsumme 1'152'910 Franken...) und des französischen Gastes Kundun. Der gefährlichste Gegner dürfte jedoch wie im Prix de Vitesse aus dem eigenen Trainingsquartier kommen: Onic Dream!
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