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Roma



Philipp Schärer hängt Ende Saison seine Rennstiefel an den Nagel und wird Trainer

Donnerstag, 03. September 2009 22:52

Der Schweizer Rennsport verliert bald einen weiteren Hindernisreiter - und gewinnt dafür nach Andreas Schärer mit Bruder Philipp noch einen neuen, jungen Trainer. 

Philipp Schärer hat sich entschieden: Ende Saison soll Schluss sein mit der Rennreiter-Karriere, am 1.Januar 2010 startet der bald 26-Jährige als Berufstrainer. 

"Ich habe per Ende November bei Karin Suter gekündigt" erklärte Philipp Schärer exklusiv gegenüber horseracing.ch, "im Dezember besuche ich noch die letzten Meisterkurse, damit ich auch Lehrlinge ausbilden darf und ab 1.Januar 2010 beginne ich als Trainer."  

Per Anfang Jahr übernimmt Philipp Schärer gemäss seinen Aussagen in den Schwindibode-Stallungen einen Stalltrakt mit 10 Boxen. Viel ändert sich in seinem Arbeitsalltag also nicht - Anfahrt und Ort sind der gleiche.  

Der Hauptgrund für den Berufswechsel ist gemäss Schärer die Tatsache, dass er nach seinem 50. Flachsieg dieses Jahr seine Flach-Reitererlaubnis verloren hat und deshalb "als Reiter für die Trainer nicht mehr interessant" sei. 2008 hatte er immerhin 56 Flach-Ritte ausgeführt. Dieses Jahr steht er 12 (Galopp-)Renntage vor Saisonschluss bei 31. "Seit dem 50. Sieg läuft es auf der Flachen ziemlich harzig", erklärte der baldige Neo-Trainer.

Nur auf die Sparte Hindernisrennen zu setzen, lohne sich in der Schweiz nicht. "Zumal ich alle zwei Jahre rund 6 Wochen verletzungsbedingt ausfalle", lacht Philipp Schärer, "und leider meist während der Hindernissaison."

So seien weitere Einsätze im Rennsattel ab 2010 nicht mehr geplant.

In seiner Karriere hat Philipp Schärer bisher 50 Flach- und 36 Hindernisrennen gewonnen. Kaum vorzustellen, dass bis Ende Saison nicht noch das eine oder andere hinzukommt. 

 

Mit vollem Elan in die letzte Herbst-Saison

Denn bis sein letztes Rennen als Jockey gelaufen ist, möchte Philipp Schärer nochmal voll angreifen. "Ich freue mich riesig auf die kommenden Rennen und werde bis zum letzten Galoppsprung voll angreifen", sprudelten die Worte nur so heraus aus dem auf Schweizer Bahnen erfolgreichsten Hindernisreiter der letzten Saison. 

Insbesondere in Maienfeld will Philipp Schärer nochmal punkten, aber natürlich auch in Aarau und Frauenfeld - sowie auf seiner Heimbahn Dielsdorf, wo für es für ihn als Hindernis-Jockey am 13.September im Hürdenrennen bereits Abschied nehmen heisst (denn am Kid's Day vom 4. Oktober gibt es kein Hindernisrennen...). 

Nach der Rennreiter-Karriere freue er sich - wie die meisten seiner Berufskollegen - darauf, nicht mehr so stark aufs Gewicht (und damit aufs Essen) achten zu müssen. In die Sauna gehe er dann nur noch zum Vergnügen... 

 

Mangel an Hindernisreitern ist ein Problem

Für die Schweizer Turf-Szene ist der "Verlust" zweier der erfolgreichsten Hindernisreiter der letzten Jahre schmerzhaft und für den Moment - trotz des unerwarteten Comebacks von Romain Giller - nicht adäquat zu ersetzen (auch andere bekannte Grössen wie Josef Tomek sind inzwischen nicht mehr im Einsatz) . Doch ist zu hoffen, dass junge Talente den Sprung (oder im Wortsinn "die Sprünge") bald schon schaffen. 

Wünschenswert wäre zudem eine einheitliche Regelung von Verbandsseite, dass Jockeys aus dem Ausland künftig angemessen (und eben nicht übermässig) bezahlt werden (müssen). Denn für die "kleinen" Besitzer, die vielfach gerne auf einen Schweizer Reiter setzen würden, aber keinen bekommen, lohnt es sich sonst nicht, ein Hindernispferd überhaupt laufen zu lassen.

Dies ist aber sicher nicht das Problem der beiden Schärer-Brüder, die sich also schon bald als Trainer harte, aber faire Zweikämpfe liefern - wie bis vor kurzem noch im Rennsattel. 

 


2010 beide mit neuer Karriere: Philipp Schärer (bald Trainer) auf Plusvite (bald Zuchtstute) nach ihrem Sieg im Grossen Preis der Stadt Zürich 2009 in Dielsdorf (Foto: Ueli Wild)

 

 

 



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