Wer ist der beste Meiler im Land? Diese Frage soll am Sonntag 20. September 2009 in Avenches beantwortet werden. Erstmals treffen gewissermassen die Titanen in dieser Saison über die Meile aufeinander.
Der Weiss-Crack Sweet Venture hatte sich dieses Jahr entweder in Sprints oder in kleineren Rennen versucht. Nun läuft er - sofern das Geläuf gut (sprich durchlässig) genug ist - erstmals in diesem Jahr gegen Ziking, der nach seinem Mitte Mai in grossem Stil erzielten Sieg in Frauenfeld dreimal einen Gegner vor sich dulden. Zuletzt zweimal Ailton, der in diesem Gipfeltreffen nach seinem 5. Platz im Jockey Club letzten Sonntag der grosse Abwesende ist.
Neu kommt dafür die dreijährige Stuten-Queen Auenwunder hinzu. Ihr bisher einziger Auftritt gegen ältere Stuten fiel mit Rang fünf nicht wie erhofft aus - doch waren die 2400 Meter in den Oaks zu weit. Die Meile hingegen ist ihr auf den Leib geschneidert. Allerdings sind eineinhalb Kilo mehr als Sweet Venture für die Dreijährige natürlich kein Vorteil.
Mit demselben günstigen Gewicht wie Sweet Venture gehen Cape Town und Le Ribot ins Rennen - sie alle "bekommen" von Ziking ganze 10 Pfund, was dessen Sieges-Mission doch einigermassen erschwert. Le Ribot, der seine Rennen gerne an der Spitze läuft - und es im Kampf um die Führung mit Auenwunder zu tun bekommen dürfte - kann für sich in Anspruch nehmen, im Frühling Sweet Venture in Dielsdorf überlegen in die Schranken gewiesen zu haben. Zuletzt blieb er allerdings in Avenches als Fünfter etwas unter den Erwartungen (wobei er sich damals mit Sahara Boy einen Kampf um die Spitze geliefert hatte, so dass in der Endphase wohl nicht mehr genug Reserven vorhanden waren).
Während es für French Gallery auf dem Papier nach jeder Rechnung nicht einfach aussieht, steht Paparazzi, der einzige Inländer im Feld, mit 56 Kilo verlockend im Rennen. Das zu erwartende ultraschnelle Rennen kommt ihm als Speedpferd entgegen und eine Top-Plazierung seinerseits würde alles andere als erstaunen. Über das letzte Resultat gerechnet (3. zu Ailton, 1 Länge hinter dem zweitplazierten Ziking mit 4 Kilo weniger), müsste der Suter-Schützling mit ganzen 6 Kilo weniger diesmal vor dem Schimmel aus dem Quartier von Andreas Schärer ins Ziel kommen...
20'000 Franken gibt es wie im Galopp-Meilen-Gipfel auch in der Coupe des 4Ans, wo alle Starter schon ein schönes Platzgeld verdient haben, wenn sie nur ins Ziel kommen. Die Frage nach dem Sieger ist trotz des überschaubaren Sechser-Feldes nicht ganz so einfach zu beantworten. Roc Breton musste nach zwei Siegen im PMU-Rennen Ende Juli Rainstorm vor sich dulden - und auch am 23. August schien der Humbert-Vertreter ihn zu überflügeln, bevor er kurz vor dem Ziel eine Galoppeinlage einstreute. Wie bei diesem letzten Aufeinandertreffen der beiden wird das Rennen hinter dem Auto gestartet, wie beim vorletzten Duell geht es über 3000 Meter.
In diesen Zweikampf einzugreifen versuchen Rattjaska (die in dieser Saison noch nicht so dominant ist wie noch letztes Jahr), Rossini du Martza (zuletzt zweimal fehlerhaft, aber an einem guten Tag nicht weit hinter den beiden Leadern anzusiedeln) und Yogi Kievitshof (wieder mit seinem ersten Trainer Michael Nimczyk im Sulky und zuletzt gegen die älteren über die Meile in 1:14,6 sehr ansprechend gelaufen).
Für die bei ihren letzten vier Starts jeweils wegen unreiner Gangart disqualifizierten Rafale de Joudes dürfte es in erster Linie darum gehen, "sauber" ins Ziel zu kommen und sich ein Platzgeld zu schnappen.
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