Nicht zuletzt die zuletzt gehäuft aufgetretenden Probleme im Bereich der Funktionäre haben im Vorstand von Galopp Schweiz nun zur Einsicht geführt, dass wieder ein erfahrener Geschäftsführer angestellt werden muss.
Eine entsprechende Mitteilung des Vorstands Galopp Schweiz im aktuellen Rennkalender unter dem Titel "Sicherung der Verbandsstrukturen für die Zukunft, Stärkung der Geschäftsstelle" besagt, dass der Vorstand derzeit zu viele operative Aufgaben wahrnehme (Führung des Verbandes innerhalb des Vorstandes, der Kommissionen sowie Funktionäre und Helfer). Dies könne insbesondere im Hinblick auf künftige Wahlen nicht mehr vorausgesetzt werden. (Anm.d.Red: sprich, man möchte offenbar das Terrain für einen künftigen neuen Präsidenten - der neben diesem Amt vielleicht noch einen Beruf hat - und dessen Vorstandsmitglieder ebnen).
"Aus diesem Grunde hat der Vorstand beschlossen, die Funktion der Geschäftsstelle vom Mandatsvertrag mit IENA wieder zu lösen und gleichzeitig zu stärken. Insbesondere soll dadurch die ehrenamtliche Tätigkeit des Vorstandes, der Kommissionen sowie der Funktionäre effektiver unterstützt und zum Teil professionalisiert werden", heisst es wörtlich.
Der Vorstand, der von vertretbaren Mehrkosten für diese Lösung ausgeht, habe Urs Muntwyler überzeugen können, die Funktion als Geschäftsführers (die er bis 1999 bereits inne hatte) ab dem 1.11.2009 im Rahmen eines Teilzeitmandates wieder zu übernehmen. Muntwyler soll insbesondere auch die Funktionärsausbildung leiten.
Diese Änderungen, betont der Vorstand Galopp Schweiz, erfolge in Absprache mit IENA und betreffe nicht den normal weiterlaufenden Dienstleistungsvertrag.
Urs Muntwyler erklärte gegenüber horseracing.ch, er freue sich auf die Aufgabe: "Der Schweizer Galopprennsport liegt mir sehr am Herzen. Wenn ich mithelfen kann, etwas zu verbessern, mache ich das gerne."
Zu verbessern gibt es unbestritten einiges. Urs Muntwyler kann als ehemaliger Rennreiter, ehemaliger Rennleitungspräsident, aktiver Trainer und profunder Rennsportkenner viel dazu beitragen.
Im Rennkalender nimmt der Vorstand Galopp Schweiz auch Stellung zur "vermehrten Kritik betreffend diverser Entscheide der Rennleitung". Man habe eine vertiefte Analyse der Vorkommnisse vorgenommen und werde diesbezüglich mit den Mitglieder der Rennleitung, die wie alle Funktionäre ehrenamglich gegen eine bescheidene Spesenentschädigung arbeiten, den Dialog intensivieren.
Der Vorstand bedaure die Polemik, die in letzter Zeit gegen die Verantwortlichen des Verbandes auf allen Stufen (insbesondere auch gegen die Mitglieder der Rennleitung entfacht wurde). "Zusammengefasst sei allen empfohlen, vermehrt die Wahrheit sachlich zu suchen und nicht auf Grund von Vermutungen, Behauptungen und Gerüchten vermeintlich Wahrheit zu verkünden.
Dazu gilt festzuhalten: Die Kommunikation hat sich wie überall auf der Welt auch im Rennsport in den letzten Jahren massiv verändert. Während solche Themen früher am Stammtisch und im Schwindibode-Club diskutiert oder vielleicht höchstens mal noch in einem Leserbrief angesprochen wurden, gibt das Internet heute jedem die Chance, sich im Sinne der Meinungsfreiheit zu einem Thema zu äussern.
Wer jede Diskussion (der Basis) als Polemik bezeichnet, macht es sich etwas gar einfach.
horseracing.ch
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