Die Ausgangslage vor dem mit 1 Million EUR dotierten Prix d'Amérique war ausgesprochen offen, da war sich die grosse Mehrheit der Auguren einig. Man sprach und schrieb vom Vorjahressieger Meaulnes du Corta, der zum letzten Mal startberechtigt war, von den beiden jungen Rolling d'Héripré/Ready Cash, von Olga du Biwetz oder von Quarla. Doch damit, dass zwei Riesen-Aussenseiter gleich die ersten beiden Plätze belegen würden, hatte niemand aber auch wirklich niemand gerechnet.
Pierre Levesque hatte mit Meaulnes du Corta früh die Spitze übernehmen können, schien die Situation zu kontrollieren. Doch Mitte Einlauf kamen aussen die Speedpferde immer besser ins Bild. Und tatsächlich zog der von Vincent Brazon trainierte Oyonnax (vor einer Woche im Cornulier noch auf Rang 7) mit Sébastien Ernault vorbei, hielt dabei Quaker Jet (Pierre Vercruysse) den mit 556'380 EUR "gewinn-ärmsten" im Feld, in Schach. Meaulnes du Corta blieb der dritte Platz vor der lange unglücklich eingeklemmten Nouba du Saptel und Russel November.
Oyonnax gewann in der Reduktion von 1:12,4 über die 2700 Meter, eine Zehntelssekunde fehlte und Oyonnax hätte seinen Rekord egalisiert (unter dem Sattel erzielt...!). Sébastien Ernault, der "Lehrling", schlug also seinen Lehrmeister Pierre Levesque. Einmal mehr eine Geschichte, wie sie fast nur der Rennsport schreiben kann. Für den In Love With You-Sohn Oyonnax war es im 84. Rennen der 14. Sieg - selbstredend der mit Abstand wichtigste seiner Karriere. Seit dem 10. April 2009 (!) war er bei 13 Starts ohne Sieg geblieben...
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