Ruswil als neues Pferdesport-Zentrum à la IENA, dies war der Traum der Initianten. Doch sie hatten die Rechnung ohne die Landwirte gemacht, die ihrerseits nicht im Traum (und auch nicht in der Realität) daran denken, ihr Land für das Pferdesport-Zentrum herzugeben (respektive einzutauschen). Und ohne Land gibt es nun mal kein Zentrum.
So weit, so gut. Oder für die Organisatoren vielmehr schlecht. In einer Medienmitteilung vom 24. März 2010 (siehe unten) teilt der Verein TIREKT mit, dass die Standort-Suche ausgeweitet werde. Dies klingt auf den ersten Blick gut, ist aber faktisch wohl das Ende des Projekts.
Eine interessante Frage, die sich stellt: Wann hat der Kanton Luzern, der das Projekt "im Rahmen der Neuen Regionalpolitik" (wie die Neue Luzerner Zeitung am 25.3.2010 schreibt) mit 250'000 Franken unterstützt, genug. Oder anders gefragt: Wann ist diese Summe für Projektierungsarbeiten und andere Ausgaben aufgebraucht.
Medienmitteilung
Die in den letzten Monaten geführten Verhandlungen mit Organisationen und
Grundeigentümern in der Gemeinde Ruswil führten nicht zum Ziel, das sich die Initianten, der
Verein TIREKT, in erster Priorität gesteckt hatten. Es besteht keine ausreichende Bereitschaft,
für das Projekt „Nationales Pferdesportzentrum“ Grund und Boden zur Verfügung zu stellen. In
Absprache mit der Gemeindebehörde beschloss der Projektausschuss, die Standortsuche
stark auszuweiten.
Der Verein TIREKT (Trägerverein für innovative Regionalprojekte) strebt bekanntlich den Bau und
Betrieb eines nationalen Pferdesportzentrums im Rottal an. Das Projekt wird vom Kanton im Rahmen
der Neuen Regionalpolitik NRP finanziell unterstützt. Als Standorte standen bisher Areale in der
Gemeinde Ruswil im Vordergrund, nämlich das Rüediswiler Moos, die Moosächer (Inner Moos) und
das Ziswiler Moos. Das Projekt entstammt einem kleinen Kreis von Bürgern der Gemeinde Ruswil,
denen eine Verwirklichung in ihrer eigenen Gemeinde ein echtes Anliegen war.
Im Herbst 2009 waren die Projektgrundlagen soweit erarbeitet und bereinigt, dass ernsthafte
Gespräche mit Grundeigentümern und Organisationen an den anvisierten Standorten geführt werden
konnten. Diese fanden im Zeitraum Oktober 2009 bis März 2010 statt und wurden in einer ersten, der
Kontaktaufnahme dienenden Phase durch den Projektleiter, in einer zweiten, formelleren durch den
Gemeindeammann und den Projektleiter geführt. Die Ergebnisse waren aus Sicht der Projektleitung
ernüchternd. Die grossmehrheitlich bäuerlichen Grundeigentümer sehen ihre Zukunft weiterhin in der
Landwirtschaft bzw. in der eigenständigen Betriebsführung und sind nicht bereit, Land zur Verfügung
zu stellen. Diese Haltung ist zu respektieren.
Die Projektleitung beschloss im Rahmen einer gemeinsamen Besprechung mit einer Delegation des
Gemeinderates von Ruswil, die Bemühungen um eine Verwirklichung des Vorhabens in der
Gemeinde Ruswil einzustellen und sofort Alternativen an die Hand zu nehmen. Das weitere Vorgehen
ist aufgrund früherer vorbehaltener Entschlüsse und Massnahmen klar. In erster Priorität werden die
übrigen drei Gemeinden des Rottals formell um die Aufnahme von Verhandlungen gebeten. Diese
hatten schon im Frühjahr 2009 ihr grundsätzliches Interesse am Projekt bekundet. Zusätzlich soll der
Kreis in Absprache mit der Region Luzern West und unter Beizug der kantonalen Wirtschaftsförderung
weiter gezogen werden. Unverändert bleibt die Zielsetzung bestehen, auf Luzerner Boden ein
Pferdesportzentrum mit nationaler Ausstrahlung zu errichten.
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