
Halling River (links, Julien Lemée) fängt die Ungarn-Stute Letty (mitte) noch ab, rechts Leiloken (Foto uw)
Alfred Hitchcock hätte kaum besser Regie führen können im 30.Frühjahrspreis der Dreijährigen am 16.Mai 2010 in Frauenfeld: Die eisenharte Letty aus Ungarn führte vom Start weg, musste sich aber auf den letzten Metern von Halling River schlagen lassen.
Eine Stute gegen vier Hengste - oder vier Füchse gegen einen Dunkelbraunen (Zafeereli). Eigentlich hätten sechs Pferde antreten sollen zum GP Casino Konstanz, dem 30. Frühjahrspreis der Dreijährigen. Doch Adar musste leider forfait geben.
Die Geschichte der ersten 1600 Meter des Rennens ist rasch erzählt. Letty übernahm anders als in Avenches sofort die Spitze, die Ungarn wollten diesmal offensichtlich nichts dem Zufall überlassen. Laszlo Potyok legte eine stramme Fahrt vor, so dass Leiloken die Spitze nicht übernehmen konnte (oder für einen solchen Effort zu stark hätte büssen müssen). Wer im letzten Bogen gedacht hatte, die bereits am Donnerstag in Avenches in den 1000 Guineas angetretene Ungarin hätte ihr Pulver nun verschossen, sah sich arg getäuscht. Im Gegenteil, Eingangs der Zielgeraden beschleunigte Letty sogar noch. Leiloken musste sich bemühen, um dran zu bleiben. Derweil hatte Shuffle Champ Mühe zu folgen und auch Zafeereli war bald um den Sieg geschlagen. Dafür wurde nun Halling River immer stärker. Da kam es Julien Lemée sehr gelegen, dass Laszlo Potyok mit Letty in die Bahnmitte rückte und sich dadurch innen eine Lücke auftat. Durch diese manövrierte Lemée, der für den wegen eines nicht abfliegenden Flugzeugs verhinderten Robert Havlin eingesprungen war, Halling River hindurch. Letty kämpfte verbissen, ihr Jockey noch mehr (wir zählten je nach Sichtweise zwischen 15 und 25 Schläge, für die er - obschon die Schläge nicht hart waren - mit einer Busse von läppischen 100 Franken sehr gut "bedient" war). Auf den allerletzten Metern schob Halling River, den Miro Weiss für René Leiser trainiert, seine Nase dann aber doch in Front - 8 Tausendstelssekunden betrug sein Vorsprung im Ziel. Auch Leiloken, der als Lando-Sohn auf dem doch recht klebrigen Geläuf kaum in seinem Element war, zog sich als dritter nur knapp geschlagen gut aus der Affäre.
Man darf sehr gespannt sein auf das Davidoff Swiss Derby in fünf Wochen. Auf der längeren Distanz mit mutmasslich schnellerem Geläuf und einigen neuen Kandidaten ist für viel Zündstoff gesorgt.
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