Ohne die Millionen, die in den letzten Jahren aus dem Kontrakt mit der PMU in den Schweizer Rennsport geflossen sind, würde der Schweizer Pferderennsport jetzt schon ganz anders aussehen. Mit dem wichtigen Schritt, PMU-Seminocturnes mit Trabrennen aus Avenches anbieten zu können, ist noch längst nicht das Ende der Fahnenstange erreicht - nicht, wenn es nach den Visionen von Jean-Pierre Kratzer geht.
Wie wir erfahren haben ist in Avenches einiges im Gang. So stand im Renn- und Zuchtkalender die knappe Mitteilung, die grosse Trabbahn (die Rennpiste) bleibe nach dem letzten Renntag wegen Bauarbeiten geschlossen. Was steckt dahinter? Nun, es wird innerhalb der Trab-Rennbahn eine Ausweich-Piste gebaut, wie es auf grossen französischen Bahnen Usus ist - so können zum Beispiel disqualifizierte Pferde nach innen ausweichen und behindern nicht weiter ihre Gegner. Rund zweieinhalb Meter breit soll der "Ausweich-Raum" werden. Den benötigten Platz "holt" man sich zum einen von der Bahn-Abgrenzung (inklusive Drainage drin) sowie rund 50 cm von der Hindernis-Bahn.
Es gibt ebenfalls ein Projekt für eine Flutlicht-Anlage, welche dereinst die Trab- und die Galoppbahn ausleuchten soll. Dies im Hinblick auf PMU-Seminocturnes, welche dann früher im Frühling und länger im Herbst veranstaltet werden könnten. IENA setzt also voll auf die Karte PMU, spielt seine Flexibilität (bezüglich Renn-Daten, Tageszeiten etc) aus.
In den nächsten Tagen/Wochen soll zudem eine weitere positive "Bombe" für den Schweizer Rennsport platzen. Wie Jean-Pierre Kratzer eröffnete, laufen Diskussionen mit France Galop und PMU auf Hochtouren, schon im 2011 im IENA PMU-Veranstaltungen ähnlich wie für die Traber auch für die Galopper durchzuführen! Noch im November will der SPV- und IENA-Chef detailliert darüber informieren.
Die Chancen, welche diese PMU-Rennen und die damit verbundenen Einnahmen aus den Wettumsatz-Beteiligungen bieten, sind für den Schweizer Rennsport enorm. Die Veränderungen sind indes ebenfalls riesig - es kommt neben einer dazu absolut notwendigen Professionalisierung (nicht zuletzt bei den Aktiven) immer mehr zu einer Zweiteilung bei den Organisatoren. Auf der einen Seite die auf Sponsoren-Gelder angewiesenen (deutschschweizer) Rennvereine mit ihren Renntagen traditionell an Sonn- und Feiertagen. Auf der anderen Seite IENA mit aus Wett-Geldern finanzierten Rennen vorwiegend Abends unter der Woche.
Jetzt schon sind für 2011 im aktuellen Datenkalender nur gerade 6 Sonntag-IENA-Renntage eingetragen (davon der Luzerner Renntag sowie der UET-Renntag zum 20-Jahre-PMU-Jubiläum im Herbst). Hinzu kommen 3 Samstag-Renntage, alle anderen Renntage sind unter der Woche. Das bedeutet, dass zum Beispiel im Sommer vom 19.Juni 2011 (Frauenfeld) bis zum 21. August (Dielsdorf) voraussichtlich an keinem Sonntag in der Schweiz Rennen gelaufen werden. Da bleibt wesentlich mehr Zeit für Familie, Hobby - oder für all jene, die partout nicht ohne Rennen sein können, für Ausflüge ins benachbarte Ausland.
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