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Rayo



Grossartiger Winterwind triumphiert mit Georg Bocskai im Grossen Preis von St.Moritz

Sonntag, 20. Februar 2011 21:47

Dettori, Peslier, Pedroza - die meisten Augen und Kameras waren auf sie gerichtet vor dem 72. Grossen Preis von St.Moritz. Doch am Ende lachte Altmeister Georg Bocskai der mit 52 Jahren älteste Jockey im Feld, der mit Winterwind gewissermassen allen "um die Ohren blies".


Die Entourage von Winterwind (M.Gräff, Georg und Carmen Bocskai v.l.n.r.) strahlt um die Wette (Foto U.Wild)


 

Winterwind schlägt mit einem Jahr Verspätung im GP St.Moritz zu.

Ausgerechnet am dritten und wichtigsten Renntag des White Turf-Meetings hatten die Organisatoren kein Wetter-glück mehr. Statt der St.Moritzer Sonne bekamen die Zuschauer Schneeflocken zu sehen und es war entsprechend kühl. Trotzdem verfolgten offiziell 11'500  Zuschauer die sechs Rennen.
Der Wettumsatz fiel mit 112'606 Fran-ken (2010: 132‘173 Franken) anspre-chend aus, aber fast 20'000 Franken weniger als vor einem Jahr. Über das ganze Meeting gesehen, fanden nach offiziellen Angaben rund 32‘500 Zuschauer den Weg auf den St.Moritzer-See, rund 1500 weniger als vor einem Jahr. Der Gesamt-Wettumsatz über alle drei Renntage belief sich auf total 293'178 Franken, gebenüber 301'262 Franken vor einem Jahr und 324‘656 Franken im 2008.

Im Gübelin 72. Grossen Preis von St.Moritz, dem mit 121'121 Franken höchstdotierten Galopprennen der diesjährigen Schweizer Saison (der GP UET für die besten Traber Europas im Oktober in Avenches wird höher dotiert sein), gab es einen Sieg, den ein Grossteil des Publikums schon ein Jahr zuvor erwartet hatte. Damals hatte Winterwind mit Georg Bocskai am ersten St.Moritzer Renntag gewonnen, war dann aber im Grand Prix auf Rang drei verwiesen worden.
Dieses Jahr  nun hatten die beiden vor zwei Wochen im Vorbereitungsrennen Rang vier belegt und gingen nun mit der astronomischen Sieg-Quote von 46:1 ins Rennen.
Eine halbe Runde vor Schluss rückte Bocskai aussen herum auf, griff in der Zielgeraden vehement an und setzte sich sicher gegen Pont des Arts und den deutschen Gast Tarkeehna Prince.
Der Jubel im Lager der Sieger war unbeschreiblich. Besitzer Markus Gräff, ein ehemaliger Amateur-Rennreiter mit 101 Siegen und jetzt erfolgreicher Polo-Spieler, bekommt für den Sieg auf einen Schlag 50'870 Franken - brutto, vor Abzügen und Gewinnbeteiligungen an Trainer und Jockey versteht sich.

Der Altmeister zeigt es allen - dabei hätte um ein Haar Frankie Dettori Winterwind geritten...

Georg Bocskai, der seine grosse Karriere mit über 1800 Siegen vor Jahren eigentlich schon beendet hatte, hat mit seiner Frau Carmen zunächst in Dielsdorf und später in Avenches einen Neu-Start im Trainermetier gewagt - mit grossem Erfolg. Den Sieg im Grossen Preis von St.Moritz schätzte der vierfa-che Jockey-Champion Deutschlands sehr hoch ein. "Sicher habe ich höher dotierte Rennen gewonnen in meiner Karriere, aber dieser Erfolg ist ja nun in einer anderen Phase zustande gekommen. Und ich gönne ihn vor allem meiner Frau Carmen, die als Trainerin der Pferde einen tollen Job macht", erklärte der mit 52 Jahren älteste Jockey im Feld.
Die beiden extra aus Dubai eingefloge-nen Weltklasse-Jockeys Frankie Dettori und Olivier Peslier belegten die Plätze sechs und elf.

 

Das Unglaubliche an der Sieges-Story: Hätte nicht Pavel Vovcenko die Starterangabe für Thorview zu spät gemacht, wäre nicht Georg Bocskai sondern Frankie Dettori in den Sattel von Winterwind gestiegen - dann nämlich, wenn Saphir Béré, für den der italienische Star-Jockey gebucht war, als überzähliges Pferd aus dem GP-Feld eliminiert worden wäre. "Für diesen Fall hat Georg angeboten, seinen Ritt auf Winterwind an Frankie Dettori abzugeben", erklärte Carmen Bocskai. Doch es kam schliesslich nicht soweit (wir hatten berichtet).

Und so gab es auf dem St.Moritzersee kaum einen, der Georg Bocskai diesen Sieg nicht gegönnt hätte. Als das Ehepaar Kräuliger, mit Pont des Arts nicht weit geschlagen Zweite, auf der Siegerehrungs-Bühne fair gratulierte, wurde Georg Bocskai beinahe verlegen. "Ja danke, und es tut mir leid, dass ich Pont des Arts geschlagen habe", sagte er fast wie ein kleiner Junge, der jemandem einen Streich gespielt hatte.

Danach war seine grösste Sorge, genügend Champagner und Gläser aufzutreiben, damit er mit seinen Kollegen in der Jockey-Garderobe auf den Sieg anstossen konnte. 

 

 

Engadiner Sieg im Skikjöring - Abschied von King George


Im Skikjöring hatten vor dem letzten Rennen Köbi Broger und der St.Moritzer Skilehrer Franco Moro nach Siegen am ersten (Broger) und am zweiten (Moro) beide je zehn Punkte - und es kam auf der Zielgerade tatsächlich zum vom Publikum erhofften Duell zwischen den beiden. Moro, der mit Bergonzi vor einer Woche gewonnen hatte, setzte sich in einem packenden Finish von der Spitze aus gegen den vehement, aber vergebens angreifenden King George mit Broger durch.
Franco Moro feierte seinen 16. Skikjöring-Tagessieg und seinen 6. Titel als "König des Engadin", wie sich der erfolgreichste Fahrer des Meetings ja jeweils für ein Jahr nennen darf.
King George wurde danach in die wohl verdiente Pension verabschiedet. Nach unserer Rechnung hat der 10-jährige Hengst, der nun in die Warmblut-Zucht wechseln soll, 41 Flachrennen und 11 Skikjörings bestritten, dabei 14 Siege  erzielt und rund 130'000 Franken gewonnen.
Bei den Trabern dominierte Laurence Kindler wie eine Woche zuvor mit Maître de la Piste ihre Konkurrenten. Der von Jean-François Johner für den Haras de Peccau trainierte Zehnjährige gewann damit sein drittes Rennen auf Schnee. Quatuor du Martza holte wie vor einem Jahr den Ehrenplatz, Kodex hielt den dritten Rang.

 

Zum ebenfalls bereits dritten Saison-Sieg galoppierte Peter Areggers African Art, der mit Eduardo Pedroza seine gewiss nicht schwache Konkurrenz von der Spitze aus gleich überlegen mit 6 Längen abfertigte. Rayo und Sentimento folgten auf den weiteren Plätzen.

 

Die Meetings-Championate gingen an Eduardo Pedroza und Miro Weiss bei den Galoppern, sowie Laurence Kindler und den Haras du Peccau bei den Trabern.

 

 

 

 

 

 



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