Es gibt kaum einen Traber, der in den letzten Jahren so konstant und exklusiv auf Schnee gelaufen war wie Kiss de Sucé. Noch vor dem diesjährigen White Turf-Meeting sah für den Rubis de la Noé-Sohn alles ausgesprochen positiv aus. Er hatte bei seinem Comeback in Arosa auf Anhieb einen guten zweiten Platz zu Maître de la Piste belegt, wobei Martin Weber ihm offensichtlich noch nicht alles abverlang hatte. Im Wissen, dass die wichtige(re)n Rennen im Engadin noch folgen.
Vor dem zweiten St.Moritzer Renntag hatte Kiss de Sucé die traumhafte Bilanz von 12 Schnee-Starts mit je vier Siegen, zweiten und dritten Plätzen. Was für eine Konstanz auf hohem Niveau!
Doch dann folgte der enttäuschende fünfte Platz im GP Pontresina und eine Woche später im PMU-Rennen mit Rang sieben gar der allererste unplazierte Start auf Schnee. Was war nur los mit Kiss de Sucé, der in den Jahren zuvor stets an allervorderster Front mitgekämpft und teilweise dominiert hatte im Engadin? War die Bahn etwa zu schnell, oder spürte er einfach das Alter?
Nun ist klar, was ihn am schnell(er) Laufen gehindert hat. "Die Vermutung einer Verletzung beim Fesselträgeransatz haben sich leider bestätigt", erklärte Martin Weber, "man könnte zwar mit einer Operation mit einer geringen Chance für weitere Renneinsätze nochmals alles probieren. Ich finde jedoch, dass dies für Kiss eine zu grosse Belastung sein würde."
So hat Martin Weber, der hinter der Ecurie Max Gordon steht, entschieden, seinen Schnee-Crack in Pension zu schicken. "An dieser Stelle bedanke ich mich bei Kiss für seine Treue und die sehr speziellen Momente, die ich mit ihm erleben durfte", so seine bewegenden Abschiedsworte für den 13-Jährigen, der schon bald die Reise in die Normandie antreten wird, wo er seinen Lebensabend auf einer Weide verbringen darf.
Damit ist weniger als ein Jahr nach dem Tod von Kiss' langjährigen Schnee-Kontrahentem Jullyannis der zweite Trab-Schnee-Ausnahmekönner der letzten Jahre definitiv nicht mehr mit dabei. 9 Rennen haben die beiden zusammen in St.Moritz gewonnen.
Auf Schweizer Bahnen hat der ursprünglich von Daniel Riedi in Frankreich entdeckte Kiss de Sucé bei 39 Starts fünf Siege erzielt, weitere 22 Platzgelder geholt und insgesamt 81'900 Franken verdient.

Abschied von einem Schnee-Crack: Kiss de Sucé (M.Weber) beim letzten Sieg am 14.2.10 in St.Moritz (U.Wild)
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