Seriensieger faszinieren die Turfisten seit jeher, ungeschlagene umso mehr. Und seit der ungarische Top-Sprinter Overdose (der am Sonntag 17.4.2011 in Berlin-Hoppegarten sein Comeback gibt!) letztes Jahr Ende August beim 15. Start seine erste Niederlage einstecken musste (nach grossen Problemen hinter der Startboxe - eigentlich hätte er von einer vernünftigen Entourage zurückgezogen werden sollen, möchte man meinen), ist Turf-Europa auf der Suche nach einem neuen ungeschlagenen Star.
Mit Frankel, dem hoffnungsvollen Dreijährigen von Kalid Abdullah, ist nicht nur ein Star, sondern ein potentieller Super-Star gefunden. Im Gegensatz zu Overdose, der meist weniger bedeutende Rennen gewann (wenn auch in beeindruckendem Stil), läuft der Galileo-Sohn aus einer Danehill-Mutter gegen die Cracks der Szene - so gewann Frankel am 16.Oktober 2010 in Newmarket die Dubai Dewhurst Stakes (Gruppe I, 180'0744.44 GBP für den Sieger) locker mit zweieinviertel Längen vor dem O'Brien-Schützling Roderic O'Connor, der zwei Wochen später in Saint-Cloud das Critérium International leicht mit eineinhalb Längen gewann.
Bei seinem ersten Dreijährigen-Start galt Frankel logischerweise als haushoher Favorit. 1.20 bekam zurück, wer ihn auf Sieg gewettet hatte - "Geld wechseln mit Risiko", lautete also das Motto. Doch das Risiko hielt sich in engen Grenzen. Als Tom Queally den mit einem GAG von 101.5 kg eingestuften Favoriten marschieren liess (zu Beginn hatte er ihn sogar bremsen müssen), konnte nur Excelebration noch eine Zeit lang mithalten. Doch auch der Exceed And Excel-Sohn (aus einer Indian Ridge-Mutter...) konnte Frankel letztlich nichts entgegensetzen, als dieser nach einem Beinwechsel nochmal beschleunigte und schliesslich nur mit den Händen unterstützt mit 4 Längen überlegen gewann. Der drittplazierte Shropshire verlor bereits 10 Längen auf den Sieger. Wie schon beim einen oder anderen Zweijährigen-Start schien Frankel überdies noch recht grün, hing in Front galoppierend bald einmal nach rechts und schien das Ganze eher als Spiel aufzufassen - bitter für die Gegner, wenn er dann wirklich mal Ernst machen sollte...
Damit hat Frankel seine turmhohe Favoritenstellung für die englischen 2000 Guineas vom 30.April in Newmarket weiter zementiert. Die Buchmacher spekulieren bereits, dass einige der stärksten Gegner (total 52 Nennungen aktuell) nun auf andere Rennen ausweichen, nach Frankreich oder Irland - nur um nicht gegen diesen Ausnahmehengst antreten zu müssen.
5 Starts, 5 Siege (je einmal auf Gruppe-I, -II- und III-Ebene) - eine Bilanz die alles sagt.
Ein Gross-Wetter hat offenbar in den letzten Tagen (vor dem jüngsten Sieg) rund eine Million Franken darauf gesetzt, dass Frankel die 2000 Guineas Ende April gewinnt. Die Fix-Quote soll 1.60:1 betragen - deutlich mehr als die Wetter nach aktuellem Stand der Dinge am Renntag selbst dann erhalten werden...
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