Es gibt Geschichten, die kann nur der Pferderennsport so schön schreiben. Und weil diese Geschichten unserer Meinung nach in den Medien viel zu wenig vorkommen, bemühen wir uns, sie nach Möglichkeit zu publizieren - sofern wir denn davon erfahren.
Am 17. Oktober 2010 bestritt Aibas in Maienfeld sein letztes Rennen. Die Verabschiedung war schon vorher geplant, egal wie das Rennen ausgehen würde. Nun, kein Regisseur hätte die Story besser inszenzieren können - Aibas setzte sich hoch überlegen durch, das Publikum war begeistert und die Entourage verständlicherweise mehr als nur gerührt.
Als Werner Meier mit Tränen in den Augen seinen Aibas von der Bahn führte, blieb kaum ein Auge trocken (ausser bei den ganz Hartgesottenen, von denen es im Schweizer Turf natürlich einige gibt...).
Anfang März sandte uns Werner Meier ein paar Bilder von Aibas, der seinen Lebensabend in Samedan im Engadin verbringen darf. "Seine neuen Besitzerinnen Croina und Frankatina sind von ihm hell begeistert, weil er eigentlich alles macht, was sie von ihm erwarten", schrieb er dazu. Sein neuer Stallgefährte, ein Schimmel, sei zwar um einiges grösser, doch Aibas sei klar der Chef.
Am Schluss des E-Mails, unter P.S., stellte Werner Meier die schlichte Frage an das Schicksal: "Ob sein Nachfolger Monkstown ebenso Ehre für unseren Stall einlegen wird?"
Ziemlich genau ein halbes Jahr nach dem Rennbahn-Abschied von Aibas, kennen wir einen Teil der Antwort: Monkstown hat am Ostersamstag in Avenches überzeugend das erste Cross der Saison gewonnen, und dabei die versammelte Schweizer Elite geschlagen. Wenn der Siebenjährige Schützling von Philipp Schärer gesund bleibt, stehen die Chancen gut, dass er tatsächlich das sportliche Erbe von Aibas antreten kann - oder vielleicht sogar noch besser wird.
Im letzten Rennen von Aibas liess dieser Monkstown noch um Längen (14, um genau zu sein) hinter sich. Jetzt ist es an Monkstown, die Geschichte weiter zu schreiben.

Aibas bei seinem überlegenen Abschieds-Sieg im Oktober 2010 in Maienfeld (Fotos: Ueli Wild)

Bewegender Moment: Werner Meier vom Stall Drei W führt seinen Aibas von der Bahn
Aibas in seinem neuen Zuhause in Samedan

Sein Kollege im Engadin ist zwar grösser, aber Aibas ist der Chef...

Im Juni 2010 in Frauenfeld kämpften sie noch gegeneinander Monkstown (links, noch für den Stall Rossriet) und Aibas (retchs)
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