
Nightdance Paolo (N.Perret) lullte die Gegner ein, bezwang Mascarpone und Song of Victory (Foto: Ueli Wild)
Ein Rennen "à la française" reichte Nightdance Paolo am Pfingstmontags-Hauptereignis in Frauenfeld zum leichten Sieg über das Weiss-Trio Mascarpone, Song of Victory und My Mary.
Rund 10'000 Zuschauer verfolgten trotz zunächst wenig erbaulichen Wetterprognosen die traditionellen Pfingst-Rennen auf der Allmend, an diesem Pfingstmontag 2011. Und sie brauchten ihr Kommen definitiv nicht zu bereuen, bekamen spannenden und hochstehenden Sport zu sehen.
Im Hauptereignis des Tages, dem 79. Grossen Flachrennen am Pfingstmontag, übernahm Nicolas Perret mit Nightdance Paolo sofort die Spitze. Und weil ihn niemand angriff, konnte der französische Jockey vorne schalten und walten wie er wollte. Was er denn auch dankend annahm, das Tempo über weite Strecken drosselte und erst in der falschen Gerade seinen Steigerungslauf begann. Wie so oft bei den in Frankreich oft in diesem Stil praktizierten Rennverläufen (eben "à la française") ist am Ende das Pferd als erstes im Ziel, das als erstes in die Zielgerade kommt. So auch in Frauenfeld. Nightdance Paolo marschierte und zog seinen Effort durch - so hätte es einen deutlich "spritzigeren" Gegner gebraucht, um ihn noch zu bezwingen. Doch weder Mascarpone noch der am Ende gut aufkommende Song of Victory konnte mit dieser Gabe dienen. Etwas mehr als eine Länge hinter dem von Andreas Schärer für Paul Zöllig trainierten Sieger holten sie die Plätze zwei und drei.
Die Saisondebütantin My Mary debütierte auf dem vierten Rang, knapp vier Längen hinter dem Sieger, in einem ihr kaum entgegenkommenden langsamen Rennen gut genug, blie um einen kurzen Kopf vor Thierry.
Dafür, dass es zwei weitere Thurgauer Siege gab, sorgten die beiden Jumper von Ivo und Esther Baumgartner. Zunächst heftete sich Oh Calin die 90. Grosse Steeple Chase am Pfingstmontag an seine Fahnen - dies nachdem er nach dem letzten Sprung aussen von Unpa passiert worden war, sich unter Christophe Monjon jedoch nochmal zurückkämpfte und seinem Widersacher die erste Saison-Niederlage beifügte. Jürg Langmeier hatte den 1.70:1-Favoriten vorbereitet.
Im Cross-Country, welches der Rennverein Frauenfeld in Absprache mit Galopp Schweiz auf der Jagdbahn (4400 Meter, mit Passage des Jubiläumswalls anstelle des Wassergrabens) laufen liess, doppelte schliesslich der von Ivo Baumgartner selbst trainierte Quick Fellow unter Silvia Casanova, die Christophe Monjon (Arztzeugnis) ersetzte, leicht nach und distanzierte Pipina um eineinhalb Längen.
Nicht am Start waren Cieszko (verletzt) und Negus des Mottes (aufgrund der erschwerten Bedingungen wegen der Parcours-Änderung - schade, den ehemaligen GP-Schweiz-Sieger hätten die Zuschauer gerne wieder einmal auf der Jagdbahn gesehen. Schade, für die Sponsoren, den Veranstalter - der sich seine Gedanken dazu ganz bestimmt macht - und das Publikum). So liefen nur drei Pferde und die lange führende Avalon holte sich das dritte Geld ohne grosse Anstrengung.
Zu einem echten Hürden-Gipfeltreffen kam es über 3800 Meter. Rolling Home zog dabei mit Silvia Casanova von der Spitze aus immer wieder an und gewann auch beim dritten Hürden-Start, diesmal sicher vor Diamond Way. Debbys Boy folgte auf Rang drei vor dem enttäuschenden Vac de Regnière.
Im Trab-Hauptereignis kam das Publikum in den Genuss eines packenden Dreikampfes um den Sieg. Maribou de Moitot mit Besitzer, Trainer und Fahrer José Davet hielt dabei Onic Dream knapp in Schach - gewonnen hätte jedoch mit Sicherheit Nucléar, der zu spät eine Lücke für seinen Schlussangriff fand, dann aber wie eine Kanonenkugel angeflogen kam.
Schon am kommenden Sonntag, 19.Juin 2011, kommte es in Frauenfeld gleich zur Revanche über 2400 Meter, dann um ein doppelt so hohes Preisgeld (30'000 Franken) und mit Direktübertragung nach Frankreich.
horseracing.ch
La base de données des courses
