Um 500'000 EUR ging es im deutschen Derby in Hamburg - und im Vorfeld war insbesondere von der Qual der Wahl die Rede, welche Adrie de Vries hatte. Aus den Schlenderhan-Pferden musste er auswählen, nicht weniger als 5 hatte das Traditionsgestüt im Rennen. Er entschied sich für Mawingo und gegen Arrigo - was durch starke Regenfälle vermeintlich die falsche Entscheidung gewesen wäre. Nun, am Ende war der Holländer mit Mawingo auf Rang vier der beste Schlenderhaner, verpasste Rang drei nur hauchdünn.
An der Spitze kam es zu einem anderen dramatischen Duell - und auch hier hatte der Stalljockey die Qual der Wahl. Eduardo Pedroza, der mehrfache deutsche Champion, entschied sich für Earl of Tinsdal und gegen den ungeschlagenen Waldpark. Josef Bojko erbte den Ritt. Und ausgerechnet die beiden machten den Sieg auf den letzten 100 Metern unter sich aus, nachdem der aus England angereiste Favorit Brown Panther (im Besitz des Fussball-Stars Michael Owen) von der Spitze aus nicht mehr weiter kam und auf Rang fünf landete.
Earl of Tinsdal innen, ein Halbbruder des letztjährigen Dielsdorfer Jockey-Club-Siegers Earlsalsa und der DKM-Stute Ella Ransom, kämpfte mit Eduardo Pedroza beherzt, sein Trainingsgefährte Waldpark ging mit Josef Bojko jedoch einen Tick besser und gewann noch leicht mit 2 Längen Vorsprung. Rang drei holte sich Andrasch Starke mit Saltas aus dem Quartier von Peter Schiergen. Für den 39-jährigen Slowaken Josef Bojko, der seit 1992 in Deutschland reitet, war dieser Sieg selbstredend der grösste Erfolg seiner Karriere.
Waldpark, der auf Sieg 11.50:1 zahlte, ist ein Dubawi-Sohn aus der von Acatenango stammenden Wurftaube (Top-GAG 98, selbst Gruppe-II-Siegerin und Gruppe-I-Zweite zu Luso, vor Protektor und dem ehemaligen Schweizer Derby-Sieger Mongol Warrior). Waldpark ist das bislang letzte Produkt aus der nun 18-jährigen Wurftaube. Das Fohlen von Desert Prince 2009 war tot und 2010 war sie nicht gedeckt worden.
Der im Besitz des Gestüts Ravensberg stehende Hengst bleibt mit diesem Sieg auch nach vier Starts ohne Niederlage.
300'000 Euro betrug die Siegprämie, Rang zwei wurde mit 100'000 Euro belohnt.
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