Es ist einiges los im Schweizer Galopprennsport, neben der Rennbahn. Wir haben mit den Präsidenten von Galopp Schweiz und des Schweizer Pferderennsport-Verbandes sowie IENA gesprochen. Jakob Broger, der Präsident von Galopp Schweiz, hat zudem ein Communiqué publiziert, welches seine Sicht der Dinge widergibt (siehe weiter unten, wir haben es in voller Länge publiziert). "Es muss jetzt einfach der hinterletzte in unserem Sport begreifen, worum es geht, sonst sieht es nicht gut aus", erklärte Broger am Telefon.
Wir haben auch noch einmal mit dem Mann gesprochen, der die Schlüsselrolle in Sachen PMU-Rennen in der Schweiz inne hat. Jean-Pierre Kratzer ist ausgesprochen besorgt, was den Galoppsport in der Schweiz betrifft. "Der Galopp hat in der Schweiz das Recht, so weiterzumachen wie bisher, wie in den letzten sagen wir 30 Jahren. Er hat das Recht so zu existieren wie der Galopprennsport heutzutage in Belgien oder Spanien. Aber dann muss man sich bewusst sein, dass es bald sehr viel weniger Galopp-Rennen geben wird hierzulande. Nur mit den Traditionsrenntagen, wie wir sie auf vielen Deutschschweizer Rennbahnen haben, kann der Sport in Zukunft nicht auf dem gleichen Niveau betrieben werden wie heute. Man muss das vergangene Jahrhundert verlassen, um in der Zukunft leben zu können!"
Kratzers Analyse der Situation geht noch weiter: "Die Grundprobleme im Schweizer Galopprennsport sind heute die gleichen wie schon vor 15 Jahren. Aber das Umfeld hat sich inzwischen geändert. Es braucht die Fähigkeit, eine Vision zu haben. Dann hat man auch das Recht, sich einmal zu irren. Aber keine Vision zu haben, das geht nicht. Im Galopp wird seit Jahren nur kurzfristig gedacht."
Dabei gelte es genau jetzt, die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft zu stellen: "Wollen wir so weitermachen wie bisher, oder Rennen im internationalen Kontext veranstalten - das ist die Frage, die sich die Mitglieder von Galopp Schweiz stellen müssen. Es gibt nur diese beiden Möglichkeiten. Genau darüber müssen die Mitglieder jetzt dringend informiert werden, damit sie ihre Wahl treffen können. Und dann muss entsprechend gehandelt werden. Es bringt nichts, nur alle anzuhören. Man muss Entscheide fällen, Massnahmen treffen, sonst kommt man mit einem Verband nicht weiter."
Sollten die Galopper sich für den internationalen Weg entscheiden, brauche es dringend Strategien, wie dies zu bewerkstelligen sei. "Ich nenne ein Beispiel: Vor 15 Jahren hatten wir in der Schweiz fast nur alte Traber. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, mehr junge Pferde zu haben, bauten ein anderes Programm auf und haben nun viele gute junge Traber. Wichtig ist, dass man immer wieder alles ganz grundsätzlich in Frage stellt. Und nicht einfach an Altem, vermeintlich Bewährtem festhält. Die Ausschreibungen im Galopp sind zum Beispiel zu kompliziert. Die müssen viel einfacher sein."
Die Argumente, wonach die Kosten ein Grund für die kleineren Felder in Avenches seien, lässt Jean-Pierre Kratzer nicht gelten. Zu recht, wenn wir folgende Rechnung machen: Kosten für Reiter und Führer sowie andere Spesen machen gleich viel aus wie auf einem anderen Rennplatz. Ein Transport nach Avenches kostet im Schnitt vielleicht rund 300 Franken. Dafür sind die Nenngelder in Avenches bekanntlich nicht 2% des jeweiligen Rennpreises sondern die Hälfte, also 1%. Wenn man dann noch bedenkt, dass nach den Avenches-PMU-Rennen allen Aktiven vor Ort jeweils ein Gratis-Nachtessen offeriert wird (mit Salatbuffet, Hauptgang und Dessert), kann der Unterschied nicht mehr so gross sein. Je nach Renn-Dodation vielleicht noch 100 Franken. Und das in einem Sport, der pro Monat ein Vielfaches kostet.
Die Verhandlungen mit Galop France und der PMU wegen der PHH-Rennen 2012 sind in vollem Gang. Aufgrund der guten Resultate dieser Rennen in Avenches in diesem Frühjahr wurden der IENA fürs kommende Jahr sogar einige Veranstaltungen mehr in Aussicht gestellt.
Die letzten PHH-Rennen haben infolge der kleinen Felder für die Wetter stark an Attraktivität verloren. Die Wettumsätze sind dementsprechend tief und damit die Planung fürs 2012 kritisch tangiert. Dieser Entwicklung gilt es entschieden Einhalt zu gebieten, denn es ist nicht Avenches, welches die PHH-Rennen für den Galopprennsport braucht, es sind wir Aktiven, die diese Rennen benötigen um auch in Zukunft unseren Sport auf dem aktuellen Niveau betreiben zu können.
Der Vorstand Galopp Schweiz wird alles unternehmen, um die erforderlichen Rahmenbedingungen zu schaffen. So werden wir jeweils die Nennungsergebnisse noch genauer überprüfen und im Bedarfsfall die Ausschreibungen kurzfristig anpassen. Weitere Massnahmen stehen zur Diskussion, wir werden Sie informieren.
Sie als Galopprennsport-Aktiver sind ebenfalls aufgerufen, zur Verbesserung beitragen. Helfen Sie mit, die Starterzahlen in den PHH-Rennen sofort markant zu steigern. Nur mit der Solidarität aller Galopper schaffen wir die dringend notwendige Kurskorrektur.
Wenn es uns nicht gelingt, die Attraktivität unserer Rennen für den Wetter wieder zu steigern, sind nicht nur die Novemberrenntage 2011, sondern das gesamte Programm 2012 gefährdet. Ohne PHH-Rennen mit interessanten Starterzahlen, ist zurzeit keine positive Zukunft für den Galopprennsport in der Schweiz erkennbar! Wir erwarten entsprechende Reaktionen von Ihnen.
Jakob Broger
Präsident GALOPP SCHWEIZ
GALOPP SCHWEIZ
Mitteilungen des Vorstandes
communications du Comité
Zukunft Galopprennsport in der Schweiz resp. Starterzahlen in den PHH-Rennen
Die Verhandlungen mit Galop France und der PMU wegen der PHH-Rennen 2012 sind in vollem Gang. Aufgrund der guten Resultate dieser Rennen in Avenches in diesem Frühjahr wurden der IENA fürs kommende Jahr sogar einige Veranstaltungen mehr in Aussicht gestellt.
Die letzten PHH-Rennen haben infolge der kleinen Felder für die Wetter stark an Attraktivität verloren. Die Wettumsätze sind dementsprechend tief und damit die Planung fürs 2012 kritisch tangiert. Dieser Entwicklung gilt es entschieden Einhalt zu gebieten, denn es ist nicht Avenches, welches die PHH-Rennen für den Galopprennsport braucht, es sind wir Aktiven, die diese Rennen benötigen um auch in Zukunft unseren Sport auf dem aktuellen Niveau betreiben zu können.
Der Vorstand Galopp Schweiz wird alles unternehmen, um die erforderlichen Rahmenbedingungen zu schaffen. So werden wir jeweils die Nennungsergebnisse noch genauer überprüfen und im Bedarfsfall die Ausschreibungen kurzfristig anpassen. Weitere Massnahmen stehen zur Diskussion, wir werden Sie informieren.
Sie als Galopprennsport-Aktiver sind ebenfalls aufgerufen, zur Verbesserung beitragen. Helfen Sie mit, die Starterzahlen in den PHH-Rennen sofort markant zu steigern. Nur mit der Solidarität aller Galopper schaffen wir die dringend notwendige Kurskorrektur.
Wenn es uns nicht gelingt, die Attraktivität unserer Rennen für den Wetter wieder zu steigern, sind nicht nur die Novemberrenntage 2011, sondern das gesamte Programm 2012 gefährdet. Ohne PHH-Rennen mit interessanten Starterzahlen, ist zurzeit keine positive Zukunft für den Galopprennsport in der Schweiz erkennbar! Wir erwarten entsprechende Reaktionen von Ihnen.
Jakob Broger
Präsident GALOPP SCHWEIZ
horseracing.ch
Die Pferderennen-Datenbank
