Wenn es statt 30'000 Franken deren 50'000 gibt, lohnt sich die Reise auch aus dem Ausland, möchte man meinen. Doch ausser die von Markus Gräff aus dem englischen Quartier von Mark Johnston aufgebotene Derby-8. Pretty Diamond reist keine einzige Stute aus dem Ausland nach Dielsdorf. Ob die Ställe in Frankreich und vor allem Deutschland, wo die Preisgelder in aller Regel tiefer sind, schlicht keine Kenntnis davon gehabt haben? Mit dem starken Franken gegenüber dem Euro hätte sich das für die Entourage der einen oder anderen Stute durchaus gerechnet. 24'000 Franken gibt es für die Siegerin - zum Vergleich dazu: Der Ehrenplatz in den Deutschen 1000 Guineas (Gruppe II!) war am 19.Juni 2011 in Düsseldorf mit 28'000 EUR dotiert, für Rang drei gab es noch 14'000 EUR.
Nun, Gruppe-Niveau ist nicht verlangt in der 28. Schweizer Stutenclassic, auch nicht zwingend Listed-Klasse. Doch es ist ein interessantes 13er-Feld zusammengekommen. 5 Stuten mehr als beim Sieg von Letty vor 12 Monaten und gar 7 mehr als vor zwei Jahren, als Auenwunder gewann. Das Fazit wie bereits in der Einleitung erwähnt: Es hat mehr Masse im Feld, aber nicht mehr Klasse.
Am höchsten eingestuft sind die bisherige Aufsteigerin des Jahres unter den hiesigen Stuten, Madhulika, sowie die 1000 Guineas-Siegerin Pasalsa mit jeweils 80 kg. Dahinter folgt die bis Ende Juli für Martin Gloor noch in Frankreich gelaufene Sunayana mit einer aktuellen Marke von umgerechnet 79.5 - sie stand im Mai noch bei 82.5 kg, konnte diese Marke danach aber nicht bestätigen (5., 10. und zuletzt 7. auf E-Niveau).
Die aus England anreisende Pretty Diamond hat nach ihrem 8. Platz im Frauenfelder Derby nur einen Start in ihrer Heimat absolviert, wobei sie deutlich geschlagen 5. von 6 wurde. Sie ist mit ihrer Marke von 75 Kilo und ihren Vorleistungen keine Überfliegerin, vor der sich die Gegnerinnen a priori fürchten müssten, kann aber vorne mitmischen.
Der mit 7 Prüfungen ausgestattete Renntag hat noch weitere Attraktionen zu bieten, sportlicher Natur versteht sich. Ein Vierjährigen-Hürdenrennen mit sage und schreibe einem Dutzend Nachwuchs-Hindernispferden wird bereits um 11.30 (!) gestartet, gefolgt von einem Trabrennen. Danach haben diejenigen, die schon vor der Mittagspause auf der Bahn sind, eindreiviertel Stunden Zeit, ihre Nachmittagswetten vorzubereiten, ausgesprochen gemütlich zu Mittag zu essen oder vielleicht sogar nochmal nach Hause zu fahren, um sich einen Hut zu holen.
Spass beiseite, am Nachmittag wird dann auch nochmal um die Wette gelaufen. Die Sprinter kommen (endlich) wieder einmal in den Genuss einer Startmöglichkeit, dank einem deutschen Gast gibt es hier mit 8 Startern gerade noch 3 Platzgelder für die Wetter.
Bei den Trabern holen sich einige der Besten aus hiesigen Quartiern den letzten Schliff für die Meisterschaft vom 4.September in Aarau. Für einen ungewöhnlichen Farb-Tupfer sorgen zwei Traber aus dem tschechischen Quartier von Jaromir Kotasek.
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