Die Abgänge aus dem RVZ-Vorstand erinnern je länger je mehr an das Kinderlied "Zehn kleine..." (den weiteren Inhalt des Liedes publizieren wir hier nicht, schliesslich wollen wir ja politisch korrekt bleiben).
Nach der Generalversammlung mit der überraschenden Wahl von Martin Gloor zum neuen Präsidenten hatte das langjährige Vorstandsmitglied Stefan Cavelti seinen Rücktritt erklärt. Im Juli hatte schliesslich der Marcel Scherrer seine Demission als Geschäftsführer und Vorstandsmitglied bekanntgegeben. Und nun ist nach der zweiten Vorstandsitzung unter dem neuen Präsidenten auch der erst im März an der GV frisch gewählte Joachim Künzi bereits wieder zurückgetreten. Der Sprecher der Geschäftsleitung der BHF Bank Schweiz mit Sitz in Zürich erklärte seinen Rücktritt damit, dass er ja ursprünglich vom damals designierten Präsidenten Marc Hunziker gebeten worden sei, in den RVZ-Vorstand zu kommen. Nun, es kam bekanntlich anders. Unter diesen Umständen und weil er auch zu weit weg vom Rennsport sei, habe er nun die Konsequenzen gezogen. Mehr wollte Künzi dazu nicht sagen.
Damit besteht der ausgedünnte Vorstand nunmehr aus lediglich 6 Personen, dem Präsidenten Martin Gloor, Vizepräsident und Finanzchef Hans-Peter Ess sowie vier "Beisitzern".
Dies ist nun nach jeder Interpretation nicht mehr Statutenkonform, wie wir schon mehrmals darauf hingewiesen haben. Theoretisch könnte der Vorstand nun einfach bis zur nächsten GV im ersten Quartal 2012 warten und dann neue Kandidaten zur Wahl vorschlagen. Denn dass ein Fünftel der RVZ-Mitglieder dies tut, ist eher unwahrscheinlich. Doch wir sind der Meinung, dass sich der Vorstand jetzt dazu durchringen sollte, eine ausserordentliche Generalversammlung einzuberufen.
Dies entspricht wie wir erfahren haben übrigens auch dem Wunsch des Vorstandes des Schweizer Pferderennsport-Verbandes SPV, welcher die Vorstandsmitglieder des RVZ dazu eingeladen hat, an einer solchen ausserordentlichen Generalversammlung die Mitglieder über die Vorgänge in und um den Verein zu informieren und wichtige Entscheide durch sie absegnen zu lassen.
Wir haben den RVZ-Präsidenten Martin Gloor mit der Situation im Vorstand konfrontiert und ihn gefragt, wann er gedenke, eine solche ausserordentliche Generalversammlung einzuberufen. "Das möchte ich gar nicht kommentieren", war die einzige Aussage, die Gloor dazu zu entlocken war.
Interessant, wenn man weiss, dass auf der Homepage des RVZ unter dem Titel "Willkommen im Rennverein Zürich" steht: "Und wenn Sie eine spezifische Frage zum Rennverein Zürich (...) haben, rufen Sie einfach an. Unter Telefon 044 (...) sind wir für Sie da" (gezeichnet "Martin Gloor, Präsident Rennverein Zürich").
Es ist stark davon auszugehen, dass das eine oder andere der nach offiziellen Angaben rund 700 Mitglieder des RVZ bald einmal einige durchaus noch unangenehmere Fragen hat an den Präsidenten.
Das eingangs erwähnte Kinderlied wird dann kaum helfen - auch nicht der Western-Titel "Die gloor-reichen Sieben", denn es sind ja jetzt nur noch deren 6...
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