In einem zweieinhalb Seiten langen Schreiben, datiert vom 19.August 2011 und unterzeichnet vom RVZ-Präsidenten Martin Gloor und Vize-Präsident Hans-Peter Ess, hat der Rennverein Zürich Jean-Pierre Kratzer als Präsident des SPV und dessen Vorstandskollegen (Galopp Schweiz-Präsident Köbi Broger, Christoph Müller und Léonard Devaud) hart angegriffen.
Die noch nicht erfolgte Lizenzerteilung für die Renntage vom 25.September und 2.Oktober 2011 ist einer der Kritikpunkte, denn diese erfolge willkürlich wird argumentiert. Der SPV behindere die Vorbereitung der Renntage, es fallen Worte wie "Hinhalte- und Verzögerungstaktik". Der oder die Verfasser geht/gehen im Begleittext sogar soweit zu behaupten, Jean-Pierre Kratzer nehme bewusst eine Schwächung des Rennplatzes Zürich in Kauf, um seine eigene Rennbahn in Avenches zu stärken. Sein Verhalten sei deshalb inakzeptabel.
Dies unterzeichnet von dem Mann, der Jean-Pierre Kratzer in den letzten Wochen und Monaten stets als grosses Vorbild bezeichnet und sich in diversen Publikationen bewusst in seine Nähe geredet oder geschrieben hatte.
Wir haben Jean-Pierre Kratzer, der bis Sonntag Abend in den Ferien weilt, auf den Brief angesprochen. "Der Vorstand SPV wird zu gegebener Zeit detailliert Auskunft geben über die Situation und die Gründe, weshalb der Vorstand dem RVZ die Lizenz nur für den August-Renntag und nicht auch für die beiden Renntage im September und Oktober erteilt hat", lautet seine Antwort.
Affaire à suivre de très près.
Anmerkung des Verfassers Markus Monstein:
Im Gegensatz zu seinem unbestritten herausragenden Leistungsausweis (IENA, PMU) kann man über den Führungs- und Kommunikations-Stil von Jean-Pierre Kratzer geteilter Meinung sein, auch über die Ämterkumulation, die oft ins Felde geführt wird (wobei diese meines Erachtens in der aktuellen Situation für den Rennsport mehr Vor- als Nachteil ist). Ich bin jedoch überzeugt, dass er und seine SPV-Vorstandskollegen gute Gründe haben, besorgt zu sein über die Vorgänge im und um den Rennverein Zürich. Das oberste Gut für den SPV ist der Sport und das Image des Sports. Dieser Satz mag zu aktueller Stunde in diesem Zusammenhang noch nicht allen sinnvoll oder am richtigen Platz erscheinen. Doch die Zeit wird kommen.
Wer erinnert sich noch an den Fall White Turf St.Moritz? Auch dort hatte der SPV seine Arbeit gemacht. Dort gab es danach Veränderungen beim Organisator, deren Gründe nicht an die grosse Glocke gehängt wurden, so dass die Beteiligten ihr Gesicht wahren konnten. Denn falls möglich, soll schliesslich nicht der Sport unter negativer Publizität leiden. Falls möglich.
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