
L'Indien du Cadran (Nicolas Guilbert) triumhiert im GP Schweiz - Princechouar auf Rang zwei (Foto: UeliWild)
Wie schon im Vorjahr sattelte Trainer Andreas Schärer am 11.9.2011 die beiden Erstplazierten im GP Schweiz, wiederum beide für das Ehepaar Kräuliger - sie alle feierten zusammen mit Jockey Nicolas Guilbert Siege in allen drei Hindernisrennen des Tages.
Wenn man vier Starter hat an einem Tag, die dann drei Rennen gewinnen und in einem einen Doppelsieg nach Hause bringen, kann man von einem "Hattrick Plus" schreiben. So geschehen für Anton und Verena Kräuliger am 11.9.2011 auf dem Schachen. Trainer Andreas Schärer gewann wie schon eine Woche zuvor drei Rennen, Nicolas Guilbert nun zwei und Boris Chameraud ein Rennen. Der perfekte Tag also für Blau-Orange.
Im 64. Grossen Preis der Schweiz galten neben L'Indien du Cadran auch Oh Calin und Ungar als Favoriten. Der Langmeier-Schützling genoss bei den Wettern noch etwas mehr Vertrauen. Doch als Monkstown, der diesmal an der Spitze ging, in der Schlussphase nicht mehr ganz durchziehen konnte, war es L'Indien du Cadran der unwiderstehlich in Front zog, gefolgt von seinem neuen Stallgefährten Princechouar. Diese beiden, das war nach dem letzten Sprung rasch einmal klar, würden den Sieg unter sich ausmachen. Wobei es keinen Kampf gabe, zu überlegen war L'Indien du Cadran mit Nicolas Guilbert. Princechouar hielt den tapferen Ungar um Rang zwei sicher in Schach. Dahinter folgte der Favorit Oh Calin, der just beim Versuch anzugreifen, bei der letzten Tribünen-Passage einen Fehler machte. Auch in der Gegenseite, als es richtig schnell wurde, war er noch einmal leicht fehlerhaft. So fehlte am Ende knapp eine Länge zu Rang zwei. Wie Trainer Jürg Langmeier erklärte soll Oh Calin nun voraussichtlich in 2 Wochen im Gran Premo di Merano laufen, wo er letztes Jahr hervorragender Dritter geworden war. Über 5000 Meter...
L'Indien du Cadran schaffte damit das Double "GP Luzern" (in Avenches ausgetragen) sowie "GP Schweiz". In der Grossen Steeple Chase am Pfingstmontag hat er im 2010 ebenfalls schon triumphiert (unmittelbar vor seiner Verletzungspause). Fehlt ihm also von den grossen Jagdrennen noch der GP der Stadt Zürich (4. im 2010) und der GP des Kantons Graubünden. Dem Vernehmen nach könnte er in Maienfeld jedoch statt im Jagdrennen im Cross-GP antreten, in einem Metier, das er auch bereits kennt - und wo er auf dem Rossriet noch eine Scharte auszuwetzen hat. Denn im 2009 schied er unglücklich aus (falsche Bahn).
Das Ehepaar Kräuliger und Andreas Schärer konnten sich sogar den Luxus leisten, den Vorjahressieger Vac de Regnière gar nicht zur Titelverteidigung antreten zu lassen. Der Fuchs lief im Hürdenrennen und setzte sich dort unter Boris Chameraud nach packendem Zweikampf gegen Bagmati (für 7100 EUR aus einem Réclamer gekauft, die Hälft hat er nach zwei Ehrenplätzen innert einer Woche schon wieder reingaloppiert...) durch. Der favorisierte Rolling Home war nach einer Sommer-Weide-Pause wohl noch nicht ganz top, belegte 7 Längen dahinter Rang drei und wurde somit beim vierten Start über die Besen erstmals bezwungen.
Im abschliessenden Cross setzte Notez Le noch das Sahnehäubchen oben drauf für seine siegesverwöhnte Entourage. Schon im letzten Bogen ging der Schimmel fürs Auge besser als Negus des Mottes. Urs Wyss versuchte im Sattel des Toto-Favoriten zwar alles, doch Notez Le (der ja eigentlich über nur einen Gang und keinen Speed verfügt) setzte sich leicht durch.
Die Triplette hatte auch Auswirkungen auf die Championats-Zwischenstände: Bei den Hindernis-Besitzern (wie auch Flach) führt das Ehepaar Kräuliger nun deutlich. Nicolas Guilbert übernahm mit seinen zwei Siegen bei den Hindernis-Jockey mit einem Zähler Vorsprung auf Silvia Casanova die Spitze. Und Andreas Schärer rückte bei den Hindernis-Trainern zu seinem Bruder Philipp auf - beide haben in dieser Saison bisher 8 Sieger gesattelt. Philipp hat 4 zweite Plätze, Andreas deren 3. Der dritteplazierte Hansjörg Speck folgt mit 5 Siegen Abstand.
In Maienfeld dürften die Hindernis-Championate dann definitiv entschieden werden. Je nach dem, ob es in Avenches später überhaupt noch Hindernis-Rennen gibt (in Frauenfeld ist ein Cross und ein Hürden-Rennen für Dreijährige ausgeschrieben).
Zum Schluss noch ein Lob an die Aarauer Crew: Die Bahn präsentierte sich nur eine Woche nach dem verregneten Meisterschafts-Renntag in sehr gutem Zustand, was auch von den Aktiven lobend erwähnt wurde. Offiziell 9800 Zuschauer sorgten am letzten Aarauer Renntag der Saison 2011 für eine würdige Kulisse.
horseracing.ch
La base de données des courses
