Nimrod Boréalis (Loïc Désiré Abrivard, links) schlägt Punchy (Jean Boillereau) nach tollem Kampf (Ueli Wild)
Was für ein Fight im Prix du Président 2011 - und wie im 2009 setzte sich Nimrod Boréalis durch. Diesmal nicht mit Mathieu Abrivard, sondern mit Vater Loïc Désiré im Sulky. Gegen Punchy mussten die beiden bis ins Ziel hart kämpfen. Die Schweizer waren chancenlos.
Ein packendes Duell um den Sieg und ein charismatischer Sieger prägten den Président 2011. Dass es überhaupt soweit kommen konnte, ist ein kleines Wunder, wie Siegfahrer Loïc Désiré Abrivard hinterher erklärte. Nimrod Boréalis habe nämlich derart fragile Beine, dass nicht sicher war, ob er wieder würde laufen können. Seit seinem Président-Sieg vor zwei Jahren hat der Crack der Familie Abrivard gerade mal 13 Rennen bestritten. Nur 5 im 2010, gefolgt von einer Pause von Ende Mai 2010 bis im März 2011. Nun kam er eine Woche vor dem Président aus einer dreimonatigen Pause. Und die Frage war, ob das reichen würde.
Nun, zu Beginn sorgte der Stallgefährte Nil für Unruhe. Er beging in der Startphase eine Fehler und fiel in hintere Regionen zurück, wo aufgrund ihrer Startnummern in der zweiten Reihe auch Nimrod Boréalis, Nuit Torride und die Schweizer Hoffnung Nucléar zu finden waren.
Der mit der Nummer 16 gestartete Punchy hingegen hatte das Glück, dass dank zwei Nichtstartern in der ersten Reihe vor ihm niemand ins Rennen ging. So konnte er aussen herum schon früh vorrücken und bei der ersten Tribünenpassage die Spitze übernehmen.
In der Gegenseite schritt dann Nuit Torride von hinten zum Angriff. Nimrod Boréalis tat es ihm gleich und schaffte es im letzen Bogen den Rücken der Mitfavoritin zu sichern. Dies, verbunden mit der "Ruhephase" für Nimrod, habe ihm den Sieg überhaupt erst ermöglicht, betonte Loïc Désiré Abrivard hinterher. Im Einlauf kam es zu einem packenden Kampf zwischen Punchy innen und Nimrod Boréalis aussen. Bis ins Ziel wogte er hin und her. "Ich dachte, wir seien geschlagen. Habe mich aber damit getröstet, dass ich ihn so gefahren hatte, wie man ihn fahren muss", sagte der Siegfahrer hinterher. Umso grösser waren die Emotionen dann, als der Sieg für Nimrod Boréalis fest stand - bei der Siegerehrung waren auch Mathieu Abrivard (der sich mit seinem Vater freute, selbst aber mit Nil unglücklich war: Er kam trotz des Startfehlers noch auf Rang drei, wurde aber kurz vor dem Ziel durch einen weiteren Fehler aus dem Rennen geworfen) und Nathalie Henry, die Weltklasse-Monté-Reiterin.
Für Loïc-Désirée Abrivard war es der 5. Saisonsieg. Er fahre nicht mehr so oft, aber als sein Sohn ihn für Nimrod gefragt habe, habe er natürlich gerne zugesagt.
Das andere PHH-Rennen des Tages, der GP de Vincennes, wurde dann auch eine Abrivard-Angelegenheit. Mathieu demonstrierte mit Erhard Schneiders Orélius Gentil seine überragende Fahrkunst und gewann von der Spitze aus vor den Gästen Paloma des Landes und Quélino d'Amour.
Zum zweitletzten Mal in dieser Saison konnte via PMU auf die Rennen in Avenches gewettet werden (letztes Mal dann am 9.Oktober im Rahmen des Gala-Meetings um den Grand Prix de l'U.E.T.), diesmal zwei Rennen. Und erst noch unter "erschwerten Bedingungen", weil es keine eigene Réunion war, sondern eingequetscht in zwei andere Renntage in Frankreich.
Vor den Rennen blieb deshalb jeweils nur wenig Zeit, den Wettern via Equidia die Pferde vorzustellen. "Rund 4 oder 5 Minuten waren es", erklärte Jean-Pierre Kratzer, "der Umsatz betrug über 800'000 EUR, was uns aus Frankreich einiges Lob eingebracht hat. Mit ein oder zwei Minuten mehr Sendezeit vor den Rennen hätten wir eine Million erzielen können." Diese Marke könnte im Grand Prix de l'U.E.T. am 9.Oktober in einem einzigen Rennen geknackt werden, wie JPK weiter ausführte. Die 12 besten vierjährigen Traber Europas werden am Start sein - es gibt 6 Qualifikationsläufe, je drei in Paris und in Solvalla.
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