Die Geschichte von Khan ist wieder einmal eine aus dem Buch "solche kann nur der Rennsport schreiben". Khan kam 1998 in Pfyn (Kanton Thurgau) zur Welt. Sein Vater Canada hatte für Koni und Margrit Egli in Frankreich für Furore gesorgt, seine Mutter Soleil lief in der Schweiz. Hans-Jakob Bachofner zeichnete als Züchter verantwortlich. Im Herbst 2001, als Khan Dreijährig war, bot er den Fuchs zum Verkauf an - er sollte aber, wenn irgendwie möglich, bei Trainer André Bärtschi bleiben. Denn Bärtschi kam offensichtlich sehr gut mit den Eigenheiten von Khan zurecht - er war nicht einfach, das war früh ersichtlich.
Lange Zeit fand sich kein Käufer für Khan. Bis sich Erika Hirschle zum Kauf entschied. Dies obschon sie damals bereits ein gleichaltriges Pferd im Einsatz hatte. Diese Entscheidung sollte die Winterthurerin nie bereuen.
2002 gewann Khan 6 Rennen - darunter das Critérium der 4jährigen in Avenches. 2003 folgte das beste Jahr in der Karreire von Khan: Er gewann das Critérium der 4jährigen, die Gesamtwertung der Gold-Trophy (die es damals noch gab), den Prix de l'Elevage und den Grand Prix Suisse. Zudem war Khan in der Jahreswertung sowohl bester Inländer wie auch bestes Pferd in der Gesamtwertung (Inländer und Ausländer).
In seiner weiteren Karriere gewann Khan den Grand Prix Suisse ein zweites Mal und als Krönung nach dem zweiten Platz im Jahr 2005, am 10.September 2006 die Meisterschaft der Traber in Aarau - ein Sieg im prestigeträchtigsten Trabrennen der Schweiz, das war das Tüpfelchen auf dem i für seine Entourage.
Insgesamt 20 Rennen hat Khan in seiner Karriere gewonnen, über 300'000 Franken an Preisgeldern verdient. Den letzten Volltreffer landete er im Oktober 2010 in Maienfeld, als er die von Junior du Rib angeführte Konkurrent als 11.50:1-Aussenseiter sicher in die Schranken wies. Ein Jahr später schaute im gleichen Rennen Rang 7 heraus - es wa rdies der letzte Renn-Einsatz von Khan. Er wird nun Rentner. Schwierig vorstellbar, wer seinen Vorwärtsdrang (ausser beim Start, da nahm er es in aller Regel gemütlich) kennt.
Erika Hirschle hat Pläne für die Zukunft ihres Khan: "Für ein Pferd das seit Jahren ein regelmässiges Training gewohnt ist, ist es sicher keine Zukunft, irgendwo auf einer Weide rumzustehen und sich zu langweilen. Da ich zur Zeit "pferdelos" bin, wird Khan im nächsten Frühling in die Deutschweiz wechslen - er wird hoffentlich auch noch Zürichdeutsch lernen... Er wird im Stall die Gesellschaft einer Traberstute und eines Ponys haben. Ich werde ihn im Gelände fahren."
Der Landbote berichtete über die Pensionierung von Khan:

Der letzte Sieg von Khan: 2010 in Maienfeld, mit Trainer André Bärtschi an den Leinen (Foto: Ueli Wild)
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