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Run for Jet



"Sandwich-Eis", kein Schnee und 7-Tönner eingebrochen - auch White Turf kämpft mit Problemen

Samstag, 14. Januar 2012 17:37

Der Kampf "Die Natur vs. Veranstalter von Schneerennen" geht im 2012 bereits in die zweite Runde: Nach Arosa hat auch St.Moritz mit grösseren Schwierigkeiten zu kämpfen - noch ist der Anlass prinzipiell auf Kurs.

Die Meldung, dass am Freitag (sinnigerweise am 13. des Monats) ein Pistenfahrzeug auf dem St.Moritzersee eingebrochen ist, machte rasch die Runde. Auch aus Leserkreisen haben wir den Link zu einem entsprechenden Artikel auf 20-Minuten-Online mehrmals zugesandt bekommen - vielen Dank an dieser Stelle einmal mehr für alle, die mithelfen! 

 

Wir stehen seit Wochen direkt mit White Turf-CEO Silvio Martin Staub (Abkürzung SMS...) in Kontakt. Das Problem ist, dass sich durch die Wetter-Kapriolen sogenanntes Sandwich-Eis gebildet hat. Unten Schwarzeis (sehr willkommen), darüber hat es Wasser (absolut nicht willkommen) und ganz oben wieder eine dünnere Eisschicht vermischt mit "Pflotsch" und wenig Schnee.

Im Unterschied zu Arosa fiel in St.Moritz zum Glück wenig Schnee, so dass die Kälte (für die nächsten Tage, respektive Nächte sind sehr kalte Temperaturen angesagt) ohne weisse Isolationsschicht zur Retterin werden dürfte. Wichtig ist, dass das Wasser zwischen den beiden Eisschichten gefriert. Je schneller desto besser. Denn bisher konnte mit den Bauarbeiten nicht begonnen werden - was je länger je mehr zum Problem wird. Insbesondere für das Polo-Turnier, welches vom 26. bis 29.Januar 2012 stattfinden soll, wird die Zeit äusserst knapp.

 

Silvio Staub erklärte zur Geschichte mit dem Pisten-Fahrzeug: "Am Freitag ist die schwere Pistenmaschine Mitten auf dem See eingebrochen. In der Nacht auf Samstag ist jede Stunde jemand raus auf den See, um den Motor laufen zu lassen - sonst wäre die Maschine eingefroren. Am Samstag konnten wir das 7 Tonnen schwere, 250'000 Franken teure Fahrzeug dann retten. Zunächst hatten wir es mit einem Helikopter versucht, was nicht gelang. Schliesslich schafften wir es mit einem Lastwagen vom Ufer aus. Mittels etwa 400 Meter Kabel, Umlenkrolle etc.!"

 

Aktuell sieht die Situation gemäss Staub wie folgt aus: "Das Wetter spielt in den nächsten Tagen für uns. Es soll kalt werden und wir rechnen damit, dass das Wasser zwischen den Schichten in den nächsten vier Nächten gefriert. Für die Bauarbeiten gilt das strikte Motto "Sicherheit geht vor". Sobald wir beginnen können, werden dieses Jahr aufgrund der nun kürzeren Vorbereitungszeit doppelt so viele Leute mithelfen. Wir rechnen mit rund 200 Aufbau-Arbeitern auf dem See. Bahnchef Cristiano Luminati fährt mit der kleinere Pistenmaschine, dem 4 Tonnen schweren sogenannten Forellenschreck, jeden Tag auf dem See. Die Rennbahn bringen wir hin. Hingegen werden wir beim VIP-Bereich Abstriche machen dieses Jahr, die Zeltfläche wird verkleinert." 

 

Über eine allfällige Absage eines Renntages oder einer Verschiebung, äusserte sich Staub klar: "Eine Absage kommt für uns nicht in Frage, sofern die Sicherheit gewährleistet ist. Am Montag messen wir nochmal die Eisdicke. Ende nächster Woche entscheiden wir, wie es genau weiter gehen soll."

 

Prinzipiell gäbe es gemäss Datenkalender ein Verschiebe-Datum (26.Februar). Doch weil alles auf den dritten Renntag ausgerichtet ist (Sponsoren, PMU-Rennen etc.), käme eine Verschiebung die Veranstalter wohl sehr teuer zu stehen. Noch ist es auch nicht soweit. Väterchen Frost soll jetzt helfen - Frau Holle braucht es nicht zwingend. Den fehlenden Schnee kann White Turf im Falle eines Falles mit Schneekanonen auch selbst noch produzieren. Es wäre nicht das erste Mal. 

 

Daumen drücken!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



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