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Aarau, 4.9.2022: Ein Quartett im Grossen Preis der Schweiz, ebenfalls je 4 Starter in den anderen 2 Hindernisrennen (UPDATED)

Mittwoch, 31. August 2022 10:44

Das Feld im 74. Grossen Preis der Schweiz ist übersichtlich ausgefallen. Von den sieben gestern "stehen gebliebenen" Kandidaten sind nun letztlich nur 4 auf der Startliste: Titelverteidiger BERGERAC, sein Trainingsgefährte BARACLAAS, der Halbblüter FEUX DE BOIS sowie AL CUARTO. Die angekündigten Pferde aus Frankreich, die noch am Dienstag als fixe Starter galten, reisen doch nicht an. So sind es in allen drei Hindernisrennen exakt 4 Pferde. 

von Markus Monstein 

 

Eine Woche nach der Meisterschaft der Traber sind am kommenden Sonntag die Steepler an der Reihe, ihren König zu küren. Eigentlich wollte man ja zwei Wochen Abstand zwischen den beiden Herbst-Renntagen, was insbesondere den Hindernis-Pferden entgegengekommen wäre. Doch da Avenches auf dem 11. September beharrte (für den Prix du Président), wich Aarau halt aus. Mit der Konsequenz, dass die Jumper nun innert Wochenfrist zwei Renntage haben und danach 4 Wochen Pause bis Maienfeld.

 

Nun gut, wir sind ja nach Corona und den üblichen Schwierigkeiten schon froh, dass überhaupt Rennen stattfinden. Doch ein Blick auf die Startliste vom Sonntag zeigt die Realität schonungslos auf: 12 Pferde für 3 Hindernisrennen, nur je 4 sind im GP Schweiz, im Cross und im kleinen Jagdrennen am Start. Ohne den erst vor kurzem gegründeten Pro Hindernis Racing Club (2 Pferde im Einsatz) und ohne den von Jürg Langmeier in letzter Minute im kleinen Jagdrennen noch vorgestarteten Crössler Gordon Pym, wären es noch 3 im Cross und nur gerade 2 im kleinen Jagdrennen gewesen.

 

Die Zukunft des so traditionsreichen Hindernisrennsports hängt in der Schweiz an einem ganz dünnen Faden.

 

Auch die Felder der beiden Flachrennen auf dem Schachen sind am Sonntag mit 5 und 8 Startern nicht gerade üppig gefüllt. Dies zu einem Zeitpunkt, an dem es zwar in den letzten Wochen einige Renntage hatte, aber in den drei Wochen nach Aarau haben die Galopper (bis zum Jockey Club-Renntag am 25. September) hierzulande keine Startmöglichkeit mehr.

 

Anders sieht es bei den Trabern aus: Obschon diese Woche für Woche teils mehrmals Startgelegenheiten haben, sind am Sonntag in 4 Rennen 41 Traber am Start (eventuelle Nichtstarter mal ausgeblendet).

 

Bergerac nun auch auf dem Rasen nach dem grünen Tisch?

Mit BERGERAC tritt im Grossen Preis der Schweiz der Titelverteidiger an. Der Vertreter des Stalles Blue Devil hatte den Sieg letzten Herbst am grünen Tisch zugesprochen bekommen, nach der Disqualifikation des "positiv" getesteten Baraka de Thaix, der diesen Frühling seine Karriere bekanntlich beendet hat. Im Grossen Preis der Stadt Zürich musste sich BERGERAC seinem Trainingsgefährten um 8 Längen geschlagen geben. Anschliessend schlug er ihn in dessen letztem Rennen im Grossen Preis des Kantons Aargau. Und in Frauenfeld gewann der Schützling von Chantal Zollet die Grosse Steeple Chase am Pfingstmontag überlegen vor BARACLAS und FEUX DE BOIS.

 

Die Favoritenrolle in der 74. Ausgabe des wichtigsten Jagdrennens der Schweiz ist damit vergeben. BERGERAC und Damien Mescam, die zusammen bei 4 Starts hierzulande 3 Siege und einen zweiten Platz vorzuweisen haben (und sich aus Frankreich bestens kennen), müssen nach letzten Eindrücken keinen Gegner fürchten. Allerdings war BERGERAC letztes Jahr nicht konstant in seinen Leistungen: Als 5. im Mai 2021 in Dielsdorf und auch als 4. im Oktober in Maienfeld kam er mit grossem Rückstand ins Ziel, wobei er in der Bündner Herrschaft 7.5 Längen hinter Feux de Bois ins Ziel kam (der wiederum um "Weile" hinter dem Sieger Candalex blieb, der nach dem fatalen Unfall vom Frühling in diesem GP-Feld fehlt).

 

Die Sieger des GP des Kantons Aargau sind auch die Favoriten im GP Schweiz: Bergerac, Jockey Damien Mescam und links Trainerin Chantal Zollet (Foto: Nathalie Vorburger).

 

BARACLAAS fiel in den letzten beiden Saisons dadurch auf, dass er mit seinem Vorwärtsdrang insbesondere auf etwas kürzeren Distanzen (unter 4000 Meter; den Cross-Sieg in Dielsdorf mal ausgenommen) zum Zug kam. Diesen Frühling hat er exakt auf dem Schachen eine vorzügliche Leistung über 4200 Meter gezeigt, als er nur zwei Längen hinter BERGERAC Zweiter wurde; um Weile vor FEUX DE BOIS. Der Schorno-Schützling konnte in der Schweiz über Hindernisse noch nie gewinnen, sammelte aber mehrere Ehrenplätze. Am Jubiläums-Wochenende gewann er in Dielsdorf das Flachrennen für Hindernis-Pferde, wobei er seine drei GP-Schweiz-Gegner allesamt hinter sich liess. BARACLAAS wurde eine Länge dahinter Zweiter, BERGERAC knapp 3 Längen zurück Fünfter und AL CUARTO Sechster. 

 

Baraclaas (links) und Feux de Bois vor dem Pfingst-Jagdrennen in Frauenfeld (Foto: Nathalie Vorburger).

 

Dieser AL CUARTO ist neben BERGERAC (u.a. Gruppe-I-Dritter über Hürden in Auteuil) das andere Klasse-Pferd im Feld. Der mit sechs Jahren jüngste der vier GP-Schweiz-Kandidaten war in Auteuil u.a. 2. in einem Gruppe-II-Jagdrennen. Die beiden Aarau-Starts im Frühling (3. und 2.) sollten nicht für bare Münze genommen werden, denn er hatte im Winter und Frühling Querfeldein-Rennen in Frankreich bestritten, sprang im Schachen nicht sonderlich flüssig. Der nun 600 Meter längere und weniger drehende Parcours müsste ihm besser passen.

 

Al Cuarto (Jürg Langmeier) müsste sich auf dem GP-Schweiz-Parcours wohler fühlen als im Frühling.
(Foto: Ueli Wild).

 

Fazit: Wenn BERGERAC sein gewohntes Leistungsniveau abrufen kann, ist der Fuchs wohl nicht zu schlagen. Es sei denn, AL CUARTO würde sich an seine Bestleistungen erinnern, respektive voll motiviert zu Werke gehen. BARACLAAS hat sich in dieser Saison verbessert, musste seinem Trainingsgefährten BERGERAC über Hindernisse bisher bei allen drei Aufeinandertreffen den Vortritt lassen. FEUX DE BOIS ist trotz aktueller Bumper-Siegform nicht in eine Favoritenrolle.

 

Der alte Tribünen-Sprung im GP Schweiz vor einem Jahr: Bergerac (rechts) und Baraka de Thaix.
(Foto: Ueli Wild).

 

Meisterschafts-Revanche im Herbst-Grand Prix des Kantons Aargau

Eine Woche nach seinem Triumph stellt sich der Meister BLACK JACK FROM zur Revanche. Ausser CLARCK SOTHO und ELATTORI sind alle Meisterschafts-Starter wieder mit dabei. Die Ausgangslage ist ungemein spannend. Denn der im Schlussbogen aus dem Rennen geworfene BE COOL D'EB ist mit Startposition 1 (neben dem letztjährigen Meister ENATTOF) sehr gut positioniert. Er dürfte sich wieder ganz auf seinen Endspurt verlassen. Und wenn er aus guter Position zu diesem ansetzen kann, ist alles möglich. Dass er die Zielgerade durch den Zwischenfall nicht in Höchstgeschwindigkeit absolvieren musste, könnte ihm nun helfen. Neben BLACK JACK FROM, ENATTOF und BE COOL D'EB sind wir auch gespannt auf den vor einer Woche fünftplatzierten ANANDA. Und RUSHMORE FACE hat mit Startposition 4 nun eine ganz andere Ausgangslage als vor Wochenfrist, als er vom letzten Platz aus auf Rang vier lief, aber wegen einer Galopp-Einlage im ersten Drittel der Zielgerade nachträglich noch disqualifiziert wurde. 

 

Der Meister Black Jack From (J.-B. Matthey) tritt zur Revanche an (Foto: Ueli Wild).

 

 

 

 

 



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