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"Abgebrochenes" und dann fortgesetztes Jagdrennen: Rennverein Frauenfeld reagiert

dimanche, 05. juin 2011 12:18

Am 29. Mai 2011 kam es in Frauenfeld zu einem Kuriosum: Nach einem Sturz, bei welchem der Reiter zunächst in der Gefahrenzone liegengeblieben war, wollte die Rennleitung das Jagdrennen abbrechen - doch weil keiner der Reiter Sirene und/oder Speaker gehört hatte, und der Reiter sich inzwischen erhoben hatte, wurde das Rennen dann doch zu Ende gelaufen.

Pavel Gaspar lag nach einem Sturz mit Gratification (der das dritte Hindernis des Parcours gar nicht richtig wahrgenommen zu haben schien und praktisch "hinein galoppiert" war) unmittelbar nach dem Hindernis am Boden. Weil er sich nicht bewegte und eine Verletzung befürchtet werden musste, versuchte die Rennleitung das Feld in der Gegenseite zu stoppen, welches eine halbe Runde später wieder an der Sturz-Stelle vorbeigekommen wäre.


Für einen Renn-Abbruch hat die Rennleitung eine Sirene zur Verfügung. Diese wurde denn auch ausgelöst, zudem gab der Rennleitungspräsident dem Speaker den Auftrag, den Abbruch auch über Lautsprecher zu kommunizieren. Gesagt, getan - doch in der Gegenseite hörte keiner der Reiter die akkustischen Signale.

Zum grossen Glück konnte sich Pavel Gaspar in der Folge aus der Gefahrenzone begeben. Dadurch war für die Rennleitung der Grund für den Renn-Abbruch nicht mehr vorhanden und sie liess - richtigerweise, wie wohl alle Beteiligten bestätigen - das Rennen weiter laufen. Klar ist: Hätte einer der Reiter den Abbruch mitbekommen und sein Pferd angehalten, hätte die Rennleitung das Rennen definitiv abbrechen müssen. Doch dies war bekanntlich nicht der Fall.

 

Nun galt es die Lehren aus dem glücklicherweise glimpflich abgelaufenen Zwischenfall zu ziehen. Die akkustischen Signale für einen Renn-Abbruch sind offensichtlich nicht genügend - am da und dort verantwortlich gemachten Wind konnte dies nicht liegen, denn der blies zum Zeitpunkt des Rennens gar nicht oder nur ganz schwach, wie die schlaff runterhängenden Fahnen im Innenraum auf unseren Filmaufnahmen zeigen.

Es braucht auch visuelle Signale, am besten in Form von Fahnen, wie sie auch bei einem Fehlstart zum Einsatz kommt.



RVF hat den Vorfall untersucht und rüstet die Streckenposten nun mit Flaggen aus

Der Rennverein Frauenfeld hat in der Zwischenzeit den Vorfall untersucht und sein Sanitätskonzept (unseres Wissens eines der besten der hiesigen Bahnen) angepasst. 

Bisher schon stand bei jedem Hindernis auf der Jagdbahn ein Team mit zwei Personen - eine mit Funkgerät (um die Rennleitung und den Platzarzt unmittelbar über die Situation nach einem allfälligen Sturz zu informieren) und eine ausgerüstet mit gelben Absperrband, um eine Gefahrenzone nach einem Sturz vor der nächsten Passage des Feldes abzusperren und das Feld vorbeizuleiten.

Weshalb wurde denn am 29.Mai nicht abgesperrt? Gemäss RVF-Vorsandsmitglied Heini Strehler (u.a. Medien-Verantwortlicher) war vor dem Rennabbruck damit begonnen worden: "Soweit wir rekonstruieren konnten, wurde nach dem Sturz mit der Absperrung mittels der Bänder begonnen. Wie weit dies durch die Rennleitung einsehbar war, ist nicht klar. Nachdem die Rennleitung den Abbruch über Lautsprecherdurchsage angeordnet hatte, wurde dies aber wieder eingestellt." Leuchtet ein, weil bei einem Abbruch ja keine Absperrung mehr nötig war.

 

Neu werden in Frauenfeld diese Strecken-/Hindernis-Posten mit einer gelben Flagge ausgerüstet, damit sie einen von der Rennleitung angeordneten Renn-Abbruch durch schwenken dieser Fahnen den Reitern anzeigen können. Eine lobenswerte Initiative der RVF-Verantwortlichen.

 

Wichtig ist vor allem eines: Es ist für sämtliche Schweizer Rennvereine angezeigt, ihr Sicherheits- und Sanitäts-Konzept unter diesen Aspekten zu überprüfen und allenfalls anzupassen. Wir wagen zu bezweifeln, dass insbesondere auf allen Hindernisbahnen ein (in der Theorie) so gut ausgeklügeltes Konzept mit Zweimann-Posten bei den Hindernissen besteht. Dies kann lange Zeit niemanden interessieren - doch mit einem einzigen Zwischenfall, der dann vielleicht nicht so glimpflich abläuft wie in Frauenfeld, kann dies schlagartig ändern.

 

 

 

 

 

 
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