Das in jeder Hinsicht fantastische Projekt, das auf dem Gelände der Parkrennbahn Dielsdorf realisiert werden soll, ist in der Schweizer Szene derzeit natürlich in aller Munde (dies auch im benachbarten und etwas entfernteren Ausland, wie uns Reaktionen auf dem Mail-Weg zeigen). Die Spannweite der Meinungen zum Projekt und der Person von Martin Gloor ist dabei enorm gross. Von "Hervorragend, endlich tut sich etwas in Dielsdorf" bis zu "Humorfestival, Hochstaplerei und Scharlatanerie" ist alles vertreten.
Zusammenfassend lässt sich in etwa folgendes sagen, respektive schreiben: Das Gros der Turfisten möchte gerne an das (positive) Märchen (oder an die berühmte Nadel im Heuhaufen, wie RVZ-Vizepräsident Marc Hunziker an der Orientierung in Regensdorf es formulierte) glauben. Zu wichtig wäre es, dass in Dielsdorf tatsächlich wieder eine Rennbahn und ein Trainingszentrum entsteht, welche die Zukunft auf Jahre oder besser noch Jahrzehnte hinaus sichert.
Doch es gibt auch einige skeptische bis sehr kritische Stimmen - wobei in der aktuellen Phase, in welcher über das Projekt selbst und dessen Finanzierung nur sehr wenig bekannt ist, kaum jemand sich in der Öffentlichkeit negativ über den für Dielsdorf so oder so wegweisende Deal äussern will.
Kernpunkt ist die Frage, wieso sich Investoren (ausser aus Idealismus und Freude am Rennsport) in solchem Masse für ein solches Mammut-Projekt engagieren sollen (mit massivem finanziellem Aufwand), wenn die Aussicht auf eine positive Rendite vorsichtig formuliert ziemlich gering ist. Martin Gloor hat bisher mit seinen Aussagen (Detail-Informationen wie z.B. einen business plan konnte oder wollte er am Donnerstag nicht präsentieren) nicht aufzeigen können, wie er eine solche Rendite für sich und seine Mit-Investoren nachhaltig erzielen will. Es geht ja nicht nur darum, die laufenden Kosten einer solchen Anlage zu erwirtschaften (was, wie die Praxis im IENA in Avenches zeigt, ohne Sondereinflüsse schwierig genug ist), sondern auch die Anfangsinvestitionen von 20 Millionen Franken (gemäss Gloor) hereinzuholen oder zumindest angemessen zu verzinsen. Denn Gloor hat klar betont, dass es sich um Investoren handelt und nicht um Mäzene, die sich einen Traum verwirklichen und/oder etwas Gutes für die (Rennsport-)Öffentlichkeit tun wollen.
Der zweite Themenbereich, den es im ganzen Kontext zu beleuchten gilt, ist die Rolle des RVZ-Vorstandes, respektive der am Donnerstag in Regensdorf aufgetretenen drei Hauptexponenten (Präsident, Vize-Präsident und Finanzchef). Die Tatsache, dass die knapp 700 RVZ-Mitglieder bei einer so gewichtigen Entscheidung (faktisch werden die Assets des RVZ veräussert) nicht im Rahmen einer Generalversammlung (mit-)entscheiden können, dürfte noch für einige Diskussionen sorgen. Die von Hunziker vorgetragene Ansicht, der Vorstand sei gemäss RVZ-Statuten (Link -> bitte anklicken) befugt, über einen solchen Deal alleine ohne seine Mitglieder zu entscheiden, ist gemäss Einschätzung von Juristen zumindest fragwürdig, wenn nicht unhaltbar.
Wir werden unseren Lesern in den nächsten Tagen Meinungen und Facts zur Situation in Dielsdorf liefern.
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