von Markus Monstein
Der Rennsport brachte ihn in die Schweiz. Der legendäre Galopptrainer Fritz Rindlisbacher holte Michel Schweitzer in den 70er-Jahren aus Frankreich als Jockey und Arbeitsreiter ins Luzernische. Aus der beruflichen Station wurde eine neue Heimat. Michel blieb und arbeitete später unter anderem bei Karl Klein und Kurt Schafflützel.
Sein beruflicher Weg führte ihn danach auch ins Gastgewerbe, in ein Altersheim und schliesslich zu SIX, wo er bis zu seiner Pensionierung tätig war. Die Verbindung zu den Pferden und zum Rennsport blieb bestehen.
Michel Schweitzer hatte es auch mit über 70 Jahren noch drauf: An einem der Renntage in Dielsdorf zeigte er dies auf dem Simulator (Foto: zVg)
Im Stall bei Claudia Schorno und Julien Lemée half er nach Kräften mit. Auf der Rennbahn Dielsdorf unterstützte er Kathy Chéné im PMU-Bistro.
"Michel war sehr lieb, hilfsbereit, zuvorkommend", beschreibt Kathy ihren langjährigen Freund. Es sind schlichte Worte, die viel darüber sagen, weshalb er fehlen wird.
Seine neue Familie fand Michel bei Kathy und Martial Chéné. "Wir waren seit 40 Jahren eng befreundet", erzählt Kathy. Bei ihrer Hochzeit war Michel Trauzeuge gewesen. An drei verschiedenen Orten wohnten die Chénés und Michel jeweils in einem Zweifamilienhaus. Sie teilten nicht nur die Verbundenheit mit dem Rennsport, sondern über viele Jahre auch ihren Alltag.
Noch am Dielsdorfer Juni-Renntag mit Derby und Kids' Day half Michel fleissig im PMU-Bistro mit. Doch schon damals sagte er, dass es ihm nicht gut gehe und dies wohl sein letzter Einsatz sein werde. Leider sollte er recht behalten.
In Kathy's PMU-Bistro in Dielsdorf half Michel oft aus, hier war er gerne - und auch erfolgreich mit Wetten.
In den vergangenen Monaten standen Kathy und Martial ihm während seiner schweren Krankheit zur Seite. Die jahrzehntelange Freundschaft trug auch durch diese schwierige Zeit.
Am Freitag, 18. September, waren die beiden noch einmal bei ihm. Schliesslich sagte Michel, er wolle jetzt alleine sein – er gehe.
"Um 22 Uhr kam der Anruf aus dem Spital Bülach, er sei verstorben", erzählt Kathy Chéné.
Eine Trauerfeier wird es auf Michels Wunsch nicht geben. Abschied nehmen müssen dennoch viele, die ihn über die Jahre kennengelernt haben – als Reiter, als Arbeitskollegen, als Freund oder als hilfsbereiten Menschen im Stall und im PMU-Bistro.
Heute werden in Dielsdorf wieder Pferde gesattelt, Wetten abgeschlossen und Sieger gefeiert. Einer, der so lange dazugehört hat, ist nicht mehr da.
Wir werden Michel in guter Erinnerung behalten.

Michel Schweitzer trägt zusammen mit Julien Lemée stolz den GP-Schweiz-Pokal.
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