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RVZ vs SPV, die nächste Runde: Martin Gloor schickt Brief an RVZ-Mitglieder

Mittwoch, 24. August 2011 12:04

Die Mitglieder des Rennvereins Zürich bekamen am Mittwoch 24.August 2011 Post von Präsident Martin Gloor, der offensichtlich seine Schäfchen hinter sich scharen möchte.

Die rund 700 Mitglieder des RVZ hatten am Mittwoch, 24.August, einen Brief datiert vom Vortag im Briefkasten, in welchem Martin Gloor die Publikation des Vorstandes SPV und die Kommunikation mit dem Dachverband aus seiner Sicht erläutert, bzw. einzelne Punkte zu widerlegen versucht.

 

Die wichtigsten Punkte daraus sind:

 

- Bezüglich der geflossenen Gelder an den RVZ: "Von den an der Generalversammlung des RVZ im März versprochenen Schenkung in der Höhe von 1.5 Mio Franken sind bis dato CHF 850'000 geleistet worden. Mit diesem Geld wurde die bisher gemachte Sanierung bezahlt, wodurch auch neue Schulden vermieden werden konnten."

 

- Bezüglich der Herkunft dieser Gelder, respektive wer Spender oder Gläubiger sei: Die Gelder stammen von Martin Gloor, und weil sie in der Rechnung als Ertrag verbucht sind, kann Martin Gloor als Sponsor bezeichnet werden.

 

- Bezüglich der Einsicht in unterzeichnete Sponsoren-Verträge, die der SPV zur Beurteilung der Finanzierungssituation der Renntage verlangte, beruft sich der RVZ auf mit den Sponsoren vereinbartes Stillschschweigen.

 

- Die Erfolgsrechnung des Renntages vom 8. Mai, so erklärt Gloor im Gegensatz zum Standpunkt des SPV, sei dem gesamten Vorstand SPV an der Sitzung vom 25.Juli 2011 präsentiert worden (also irgendjemand sagt hier nicht die Wahrheit...!)

 

Besonders interessant ist der Punkt, in welchem die künftige Organisations-Struktur erwähnt ist:

"Der SPV-Vorstand wurde auch über die Zukunft des RVZ informiert, soweit das bis zum heutigen Zeitpunkt überhaupt möglich ist. Der RVZ bleibt in diesen Überlegungen als Verein bestehen und wird weiterhin für die Durchführung der Zürcher Pferderennbahn (sic!) verantwortlich sein. Daneben ist beabsichtigt, für die Immobilien und den Trainingsbetrieb eine Betriebsgesellschaft zu gründen. Via Aktien dieser Gesellschaft soll der RVZ für seine Einlagen entschädigt werden - in einem denkbaren Verhältnis von 1:20. Deshalb wurde durch den Wirtschaftsprüfer PricewaterhouseCoopers ein Bewertungsgutachten der Zürcher Anlage erstellt. Ziel ist es, das Aktienkapital der Betriebsgesellschaft möglichst breit unter den RVZ-Mitgliedern zu streuen. Durch die Veröffentlichung  des Briefwechsels zwischen SPV und RVZ im offiziellen Organ "Rennkalender" wurde diese Information in Unkenntnis des Kontextes und der genauen Sachlage in der Öffentlichkeit leider bereits verzerrt und falsch dargestellt - zum gezielten Schaden des RVZ. Nie war von einem geplanten Investitionsvolumen von CHF 100 Mio die Rede.



Fragen über Fragen

In einigen Punkten ist die Darstellung RVZ so ziemlich genau das Gegenteil der SPV-Sicht. Wie SPV-Präsident Jean-Pierre Kratzer gegenüber horseracing.ch im Artikel "SPV liefert Fakten.... Es reicht!" (bitte anklicken) erklärt, kann er jeden Punkt schriftlich belegen. Demnach müsste es ein Leichtes sein, zu gegebener Zeit die Argumentation von Martin Gloor zu widerlegen. Doch die Zeit drängt. Denn der SPV muss logischerweise auch ein Interesse haben, dass am 25. September und 2.Oktober in Dielsdorf Rennen gelaufen werden. Die Frage ist nur, unter welchen Voraussetzungen und unter welcher Organisationsstruktur.

 

Interessant wird vor allem sein, wie sich der Jockey Club, der wichtige "Götti-Verein" des RVZ positioniert. Man darf gespannt sein auf die Reaktion von Jockey Club-Präsident Sandro V. Gianella, dem es verdankenswerterweise gelungen ist, mit Range Rover nach dem Ausstieg der LGT einen neuen Sponsor für das Highlight des Dielsdorfer Turf-Jahres zu gewinnen. Und man möchte bestimmt auf keinen Fall den neuen Partner schon vor dem ersten gemeinsamen Schaulaufen verärgern.

 

Die dringlichste Frage, die sich aus unserer Sicht stellt, ist die der Mittelherkunft: Woher stammen die Gelder wirklich, die da offenbar in den RVZ fliessen? Klar, es ist zunächst einmal sehr wichtig, dass überhaupt Gelder fliessen. Doch das allein reicht nicht.
Zur Erinnerung blenden wir zurück: An der turbulenten RVZ-GV im März 2011 versprach Martin Gloor, dem RVZ 1.5 Millionen Franken zu schenken. Es wurde ein Finanznachweis der CS verlesen (nicht auf dem Hellraumprojektor aufgelegt, weil das "etwas persönliches" sei), wonach Martin Gloor 1.5 Millionen Franken zur Sanierung der Rennbahn Dielsdorf hinterlegt habe. Über diesen Betrag könne jederzeit verfügt werden. Weiter stellten die beiden unterzeichnenden CS-Banker fest, dass Martin Gloor die Möglichkeit habe, über finanzielle Mittel zu verfügen, um eine Investition in zweistelliger Millionenhöhe zu finanzieren.

Wieso jetzt, mehr als fünf Monate später, noch nicht die ganzen 1.5 Millionen geflossen sind, die ja auf dem Konto bereit gelegen haben sollen, ist nur eine Frage.

 

Viel wichtiger ist die Frage, wie die Mittel erwirtschaftet wurden. Wenn seinerzeit bei der Ecurie Sable Noir die Mittelherkunft, beziehungsweise die finanzielle Tragbarkeit wichtig war, dann müssen diese Fragen bei Invesitionsvolumen in der gloor'schen Grössenordnung erst recht hinterfragt werden. Sonst könnte der Zürcher Turf und mit ihm der gesamte Schweizer Rennsport auf ein gewaltiges Imageproblem zusteuern. Und genau solches zu verhindern, ist eine der Aufgaben des Schweizerischen Pferderennsport-Verbandes SPV.

 

Bleibt noch die neue Organisationsstruktur. Im "denkbaren" Verhältnis 1:20 soll offenbar die neue Betriebs-Gesellschaft ("Hippodrome Zurich AG"?) mit dem RVZ fusioniert werden. Das würde heissen, der RVZ bekäme für seine Aktiva (Rennbahn, Tribüne, Stallungen etc. - zu definieren...) 5 % der Aktien der neuen Betriebsgesellschaft. Auch wenn Martin Gloor im Brief schreibt, man wolle die übrigen Aktien der neuen Gesellschaft möglichst breit im Kreise der RVZ Mitglieder streuen, ist es fraglich, wieviel die RVZ-Mitglieder letztlich noch zu sagen hätten. Ein Grossteil der 95 % der übrigen Aktien würden wohl in den Händen von "fremden" Investoren landen, über deren Absichten nur spekuliert werden kann. Es geht nicht zuletzt um die Frage des Baurechts, welches dem RVZ von der Gemeinde Dielsdorf erteilt wurde.

 

Wie werden die RVZ-Mitglieder sich an der nächsten Generalversammlung (ob ordentlich oder ausserordentlich einberufen) verhalten? Dies ist die letzte Frage für den Moment.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
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