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Sarah Leutwiler konzentriert sich künftig auf ihren Job: Interview mit der Vize-Weltmeisterin

Donnerstag, 29. Dezember 2011 23:04

Die frisch gebackene Weltmeisterschafts-Zweite der Amateurrennreiterinnen will sich auf ihren Beruf als Rechtsanwältin konzentrieren - uns hat sie in einem Interview über die letzten Monate und ihre Karriere erzählt.

 

horseracing.ch: Sarah Leutwiler, zu Beginn ganz einfach die Frage: Wie fühlt man sich als Vize-Weltmeisterin?

Sarah Leutwiler:
Erfolgreich zu sein, gibt einem stets ein beflügelndes Gefühl!

horseracing.ch: Wie hast Du den Kampf um die Spitzenplätze erlebt? 

 

Sarah Leutwiler: Es war in der Tat ein äusserst spannendes Fegentri-Jahr bei den Damen. In der Zwischenwertung lagen wir jeweils nur wenige Punkte auseinander. Wenn man bedenkt, dass es für einen Sieg 20 Punkte gibt, dann sieht das Ranking nach jedem Wertungslauf wieder anders aus. Natürlich strebten alle nach möglichst guten Resultaten in den einzelnen Rennen und es kam auch zu umkämpften Rennsituationen. Das freundlischaftliche Verhältnis, welches wir Reiterinnen untereinander pflegen, wurde dadurch jedoch nicht getrübt. Denn Freundschaften und der Zusammenhalt unter den Reiterinnen werden in der Fegentri grossgeschrieben. Zudem weiss wohl jeder, dass man im Pferderennsport nichts erzwingen kann und Erfolge zu einem wesentlichen Teil von der Klasse des Pferdes abhängen.
Im Finale versuchte ich so locker als möglich ins Rennen zu gehen. Ich lag ja auf dem vierten Zwischenrang und hatte eigentlich nichts zu verlieren. Dass ich es dann auf den letzten Metern dank einem guten Schlusseffort meines Pferdes auf den erforderlichen zweiten Platz im Finallauf schaffte und somit den zweiten Schlussrang in der WM-Wertung belege, ist natürlich toll!


horseracing.ch: Führst Du eigentlich Buch über Deine Erfolge? Wieviele Siege hast Du im Ausland insgesamt erzielt?

 

Sarah Leutwiler: So viele Auslandsiege habe ich in meiner Karriere nicht erzielt, daher weiss ich auch ohne Buch führen zu müssen, dass es insgesamt acht Siege waren: 2011 in Belgien, den USA, Istanbul und Macao, 2009 in Sizilien, 2007 in Hamburg und noch zwei Siege in Divonne-les-Bains. (Hinzu kommen 43 Siege bei 286 Ritten in der Schweiz; Anm.d.Red.)

horseracing.ch: Die lange Saison 2011 mit Einsätzen in vielen fremden Ländern ist vorbei, was hat Dich dabei am meisten beeindruckt?

Sarah Leutwiler: Der Einsatz der Verantwortlichen der jeweiligen Rennveranstalter bzw. der nationalen Amateurverbände und die herzliche Art wie sie uns Reiterinnen jeweils empfingen und betreuten ist schon bemerkenswert. Man fühlte sich immer unter Freunden!
Ihnen und der Fegentri ist es zu verdanken, dass wir die einmalige Chance haben, in der ganzen Welt herumzureisen, um Rennen zu reiten!

horseracing.ch: Und welches Erlebnis auf Schweizer Bahnen ist Dir besonders in Erinnerung geblieben?

 

Sarah Leutwiler: Mein Hattrick in Fehraltorf am Ostermontag des Jahres 2006 vor rund 9'000 Zuschauern war ein unvergessliches Erlebnis! Ich mag mich noch heute an die Zurufe der Zuschauer erinnern, als ich im dritten Flachrennen des Tages auf meinem Lieblingspferd Crest of a Wave dem dritten Sieg entgegenritt!

horseracing.ch: Dein schwerer Sturz im 2007 war sicher auch eines der Schlüssel-Erlebnisse, was weisst Du noch davon und wie hast Du den Vorfall psychisch verarbeitet?

Sarah Leutwiler: Ich mag mich noch gut daran erinnern, weil ich in den letzten Jahren häufig darauf angesprochen wurde und sich im Sommer 2007 positive und negative Ereignisse überstürzten, was ich nicht so schnell vergessen werde. Natürlich bin ich sehr dankbar, dass die Verletzung ohne Folgen blieb. Psychisch habe ich den Sturz gut verarbeitet, weil ich weiss, dass er vermeidbar gewesen wäre. Nichtsdestotrotz muss man sich bewusst sein, dass wir eine Risikosportart betreiben. Dies ist auch ein Grund, weshalb ich künftig kürzer treten werde.

horseracing.ch: Wie sieht denn Deine weitere sportliche und berufliche Zukunft konkret aus?

Sarah Leutwiler: Am 12. Januar werde ich in Oman ein internationales Einladungsrennen bestreiten. Beruflich steht im April der letzte Teil der Anwaltsprüfung an. Danach beabsichtige ich, 100% als Rechtsanwältin zu arbeiten, weshalb ich voraussichtlich keine Rennen mehr reiten werde. Falls ich mich doch noch fit genug fühlen sollte, schliesse ich aber weitere Teilnahmen an Einladungsrennen für Amateure im Ausland nicht aus.

horseracing.ch: Das heisst, dass nächstes Jahr eine andere Amateur- Rennreiterin die Schweiz bei der Fegentri-WM vertreten wird?

Sarah Leutwiler: Ja, nächstes Jahr wird Catherine Burri die Schweiz an der Fegentri-WM vertreten.

horseracing.ch: Dem Rennsport bleibst Du aber erhalten, oder?

Sarah Leutwiler: Ja, als neugewählte Vizepräsidentin des Schweizer Rennreiterverbandes, Vorstandsmitglied von Galopp Schweiz und künftiges Rennleitungsmitglied werde ich dem Rennsport auf jeden Fall erhalten bleiben.

 

 


Sarah Leutwiler nach ihrem letzten Schweizer Sieg Ende Mai 2011 mit Rock of India in Frauenfeld (Ueli Wild).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
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