Die diversen Vorkommnisse des letzten Winters - die wir hier nicht nochmal aufrollen - haben Wirkung gezeigt. Rudolf Fopp hat an der Generalversammlung des Rennvereins St.Moritz vor 70 Besuchern (so viele wie nie zuvor, wie es in der Medien-Mitteilung heisst) seinen definitiven Rückzug angekündigt. Die Rennen 2010 sollen seine letzten als Präsident und CEO der White Turf Racing Association sein. Dies gilt auch für WTRA-Vizepräsident Hansruedi Schaffner, der wie Fopp sehr viel für White Turf geleistet hat.
Ab 2011 ist Silvio Staub als Nachfolger von Fopp vorgesehen, der seit 1992 die Geschicke des erfolgreichen Grossanlasses geleitet und wesentlich geprägt hat (zunächst als Präsident des Rennvereins, dann ab 1998 als CEO der ausgelagerten und mit der Organisation beauftragten White Turf Racing Association).
Der 33-jährige Staub, ein sowohl im Engadin und im Rennsport (Trab- und Galoppbesitzer, Trab- und ehemaliger Skikjöringfahrer) fest verankerter Unternehmer, wird von Fopp jegliche Hilfestellung bei der Übernahme des Events mit inzwischen 3 Millionen Franken Umsatz bekommen.
"Die Ära Fopp ist bald zu Ende. White Turf hat ihm enorm viel zu verdanken", erklärte Silvio Staub am Donnerstag Morgen, "ich freue mich riesig auf die neue Aufgabe. Unser Team sieht das als Chance. Mein Ziel ist es, für neue Farbtupfer zu sorgen. Dabei möchte ich mich nicht nur auf mein eigenes Gärtchen konzentrieren, sondern auch dem Schweizer Rennsport als Ganzes helfen, stärker zu werden."
Noch ist jedoch nicht klar, wie es im Engadin ab 2011 weiter geht. Der Schweizerische Pferdesport-Verband (SPV), welcher am 25. September in Zürich eine ausserordentliche Generalversammlung abhält, hat angekündigt, bis Ende Oktober 2009 darüber zu entscheiden, welche Institution die Lizenz für die Durchführung der Rennen 2011 in St.Moritz bekommt. White Turf hat dabei Konkurrenz bekommen vom neu gegründeten Engadiner Pferdesport Verein unter dem Präsidium des ehemaligen RV St.Moritz-Präsidenten Hans-Jürg Zinsli.
Die Jahresrechnung (Vereinsjahr vom 1.7.08 bis 30.6.09) zeigt, dass die prekären Wetterbedingungen vor und während der Rennen 2009 zu grossen Mehrkosten und teilweise Mindereinnahmen geführt haben.
Allein 60'000 Franken weniger Einnahmen aus Eintritten sprechen eine deutliche Sprache. Weil zudem zum Beispiel die im Jahresbericht nicht näher definierten "Generalkosten" (592'000 Franken gegenüber 522'000 im Vorjahr) deutlich höher waren, musste trotz ebenfalls klar höherem (ebenfalls nicht genauer aufgeschlüsseltem) "div. Ertrag" (1'005'000 gegenüber 908'000 im Vorjahr) ein Jahresergebnis von Minus 96'446.73 Franken ausgewiesen werden (Vorjahr: Gewinn 22'712.42 CHF). Dieser Verlust ist so gross wie die Hälfte der ausgewiesenen Aktiven in der Bilanz der White Turf Racing Association.
Da die Reserven aus Eigenkapital (13'937.68) und Gewinnvortrag aus dem Vorjahr (22'712.42) nicht gross genug waren, um diesen Verlust aufzufangen, schliesst die Bilanz nun mit einem negativen Eigenkapital von -59'795.63 CHF. Damit, so schreibt Rudolf Fopp im Jahresbericht, sei der "Verein White Turf" (White Turf Racing Association) überschuldet. Allerdings seien die Gespräche mit der Veranstaltungsausfall-Versicherung noch nicht abgeschlossen, Fopp rechnet hier mit einer Entschädigung.
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